In der Nacht von Sonntag auf Montag klappte alles wie am Schnürchen. Um 0:47 Uhr mitteleuropäischer Zeit, auf die Minute pünktlich, zündeten die drei Haupttriebwerke der Discovery, wenige Sekunden später gefolgt von den beiden mächtigen Feststoffboostern und brachten die Raumfähre danach innerhalb von achteinhalb Minuten auf eine Erdumlaufbahn.

Alles in allem hatte sich der Start zur Mission STS 119 aber wegen technischer Probleme mit einem Treibstoffventil an Bord des Shuttle und einem weiteren defekten Ventil in einer Betankungsanlage um einen Monat verzögert. Wäre es nicht gelungen, den Start bis Dienstag durchzuführen, wäre eine weitere Verzögerung von einem Monat die Folge gewesen. In diesem Fall wäre die Mission nämlich mit dem Besatzungsaustausch durch Sojus TMA 14 in Konflikt geraten, für den das russische Raumschiff am 26. März die Startrampe in Baikonur verlassen muss. Bis dahin muss die Discovery aber die Station wieder verlassen haben.

Der Liftoff, wenige Minuten nach Sonnenuntergang (in Florida war es beim Start erst 19:43 Uhr am 15. März), war ein optisches Highlight. Startdirektor Mike Leinbach verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass dieser Start der schönste des gesamten Shuttle-Programms gewesen sei. Die Bahnverfolgungskameras konnten die Discovery sogar noch siebeneinhalb Minuten nach dem Abheben erfassen. Zu diesem Zeitpunkt war die Raumfähre schon auf der Höhe von New York.

Das Kommando über die Mission hat Lee Archambault. Sein Pilot ist Tony Antonelli, der seinen ersten Shuttle-Einsatz erlebte. Mit von der Partie auch die Missionsspezialisten Joe Acaba, Steven Swanson, Ricky Arnold und der bereits 58 Jahre alte John Philipps, der vor einigen Jahren schon einen Langzeitaufenthalt auf der ISS absolviert hatte. Weiter an Bord: der japanische Astronaut Koichi Wakata, der für einen viermonatigen Langzeitaufenthalt auf der ISS bleiben soll, und dort Sandra Magnus ablöst. Sie befindet sich seit dem 14. November des Vorjahres im Weltraum.

Der Start verlief komplett problemlos. Es gab offensichtlich auch keine Probleme mit herab fallenden Thermalschutzkacheln, wie so häufig bei früheren Flügen.

Ziel dieser insgesamt 125. Shuttle-Mission ist die Anlieferung des letzten Solargenerator-Satzes zur ISS. Dieses Teil nimmt die komplette Nutzlastbucht in Anspruch und wiegt 15 Tonnen. Die Shuttle-Astronauten werden diesen neuen Solargenerator installieren und entfalten.

Inzwischen - um 22:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 17.3. - hat auch das Anlegemanöver völlig reibungslos stattgefunden.

Astra