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Unmittelbar vor dem Start; Credit: Roskosmos Eine Zenith 3 SLB brachte am Abend des 26. Februar vom russischen Raumflugzentrum Baikonur aus einen kanadischen Kommunikationssatelliten in einen geostationären Transferorbit. Die Rakete hob wie geplant um 19:30 mitteleuropäischer Zeit von der Rampe 45 des Kosmodroms ab. Es war dies die zweite Mission der landgestützten Variante der Zenith 3, die speziell für Einzelstarts mittelschwerer Kommunikationssatelliten ausgelegt ist.

 Endmontage Zenith 3 SLB; Credit: Roskosmos
 Zenith 3 SLB wird zum Launch Pad gefahren; Credit: Kosmonautika
 Aufrichten am Launch Pad; Credit: Kosmonautika
 Aufrichten am Launch Pad; Credit: Kosmonautika

Unter dem Schub des mächtigen RD-171 Erststufentriebwerks, einem Motor mit vier Brennkammern und einer Leistung von fast 8000 Kilonewton, stieg die fast 60 Meter lange Rakete in den Nachthimmel. Zweieinhalb Minuten nach dem Liftoff, in einer Höhe von 83 Kilometern, war die erste Stufe ausgebrannt und wurde abgeworfen. Danach zündete die zweite Stufe der Zenith für eine sechsminütige Brennperiode. In dieser Phase wurde auch die Nutzlastverkleidung abgeworfen, die den Satelliten beim Flug durch die dichteren Schichten der Atmosphäre geschützt hatte.

Nach der Trennung von der zweiten Stufe brachte sich die Oberstufe des Typs Block DM-SLB mit dem Satelliten zunächst in einen niedrigen Übergangsorbit. Über mehrere Brennmanöver verteilt steuerte sie dann die endgülte Transferbahn an. 

Um 1:26 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 27. Februar gab die Oberstufe den gut 4.000 Kilogramm schweren Satelliten schließlich frei. Damit wurde die zweite Mission der langgestützten Version der Zenith 3 erfolgreich abgeschlossen. Der erste Einsatz dieses Trägers war am 20. April 2008 erfolgt.

Eine Bodenstation in Australien empfing wenige Minuten später die ersten Signale von Telstar 11N.

Die aktuelle Land Launch Mission war der erste Einsatz der unter der Federführung des Sea Launch Konsortiums erfolgte. Der Erstflug im letzten Jahr war noch von Space International Services Ltd. gemanagt worden. Dieses Unternehmen ist der in Moskau ansässige Parnter von Sea Launch, der im normalen Geschäftsbetrieb für die Zusammenstellung der einzelnen Missionen zuständig ist.

Beim Erstflug vor einem Jahr war es zu einer geringfügigen Anomalie gekommen, deren Ursache bis heute nicht veröffentlicht wurde. Der Satellit wurde damals auf einer etwas zu hohem Umlaufbahn abgesetzt. Diese "Overperformance" konnte aber durch den Satelliten selbst problemlos ausgeglichen werden, so dass dieser Start als Erfolg gewertet wurde.  

Beim Start am 26.2. kam es aber zu keinerlei Problemen und demzufolge wurde der Start von Sea Launch als "voller Erfolg" bezeichnet, nachdem sich das Raumfahrzeug von der Oberstufe gelöst hatte. Die geplante Umlaufbahn war ein geostationärer Transferorbit mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 1.530 Kilometern,  einem höchsten Bahnpunkt von 35.600 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 34,6 Grad.

Telstar 11N wird jetzt sein eigenes Antriebssystem einsetzen um einen geostationären Orbit zu errechen. Der Satellit wird über dem Äquator auf 37,5 Grad westlicher Länge stationiert werden. Dieser Punkt befindet sich über der Nordostküste Südamerikas.

Der Satellit trägt 39 Ku-Band Transponder mit denen Kunden in Nordamerika, Westeuropa und Afrika erreicht werden können.  Telstar 11N strahlt auch auf den Atlantik und stellt mobile Breitbandanwendungen für Schiffe und Flugzeuge auf transozeanischen Routen zur Verfügung.

Das Raumfahrzeug war von Space Systems/Loral für die in Ottawa ansässige Telesat gebaut worden. Telesat betreibt derzeit 13 Satelliten und bietet Dienste auf allen sechs Kontinenten an. Telstar 11N basiert auf dem Loral 1300 Standardbus für Kommunikationssatelliten.  

Telstar 11N ist für eine technsiche Lebensdauer von mindestens 15 Jahren ausgelegt.  

In diesem Jahr sind noch zwei weitere Land Launch Missionen geplant. Dazu kommen drei Flüge der seegestützten Version des Trägers, die von der Odyssey Startplattform südlich der Hawaii-Inseln gestartet werden sollen.

Astra