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Gruppenfoto vor dem Start; Credit: Energia Von der gleichen Rampe, von der aus sich vor fast einem halben Jahrhundert Juri Gagarin auf den Weg in den Orbit gemacht hatte, startete am 12. Oktober um 9:01:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit das bemannte Raumschiff Sojus TMA-13 in den nahezu wolkenlosen Himmel über Kasachstan. An Bord des Fahrzeugs befanden sich ein russischer Kosmonaut, ein Astronaut der NASA und ein US-Unternehmer, der an die russische Raumfahrtagentur schätzungsweise 30 Millionen Dollar bezahlt hatte, um an diesem Flug teilnehmen zu können.

 Sojus Rollout; Credit: NASA, Bill Ingals
 Sojus-Rollout; Credit: NASA Bill Ingals
 Garriott Lonchakov Fincke; Credit: AP, Michael Metzel
 Sojus-Start; Credit: NASA, Bill Ingals

Als Kommandant der Sojus fungierte Yuri Lonchakov, der nach der Ankunft an der Internationalen Raumstation dort als Bordingenieur tätig sein wird. NASA-Astronaut Michael Fincke wird dann als Commander der ISS-Crew 18  Dienst tun. Und Richard Garriott, dritter Mann an Bord, wird nach acht Tagen Aufenthalt an Bord der ISS mit zwei Mitgliedern der scheidenden Crew wieder zur Erde zurückkehren.

Richard Garriott ist "Weltraum-Tourist" und der Sohn des ehemaligen amerikanischen Astronauten Owen Garriott, der in den siebziger Jahren mit Apollo einen Flug von 59 Tagen Dauer zur ersten amerikanischen Raumstation Skylab unternahm, und in den 1980er Jahren im frühen Shuttle-Programm (Mission STS 9, zusammen mit Ulf Merbold) einen weiteren Raumflug unternehmen konnte. Richard Garriott ist in der Computerbranche als Spiele-Designer zu einem Vermögen gekommen. Er konnte es sich leisten, auf eigene Kosten in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, wenngleich er behauptet, dass ihn dieser Flug den größten Teil seines Reichtums kostet.

Fernsehaufnahmen aus dem Inneren des Raumfahrzeugs zeigten Garriott im rechten Sitz, Lonchakov in der Mitte und Fincke auf der rechten Seite. Alle drei zeigten sich in guter Stimmung, winkten in die Kamera und führten eine angeregte Unterhaltung mit der Bodenkontrolle. Eine Seltenheit, denn normalerweise verläuft der kritische Aufstieg in den Orbit in schweigender Spannung.

Gut neun Minuten nach dem Liftoff war eine erste Erdumlaufbahn erreicht und die Crew begann die Verfolgungsjagd zur ISS.

Garriott wird zusammen mit Sergei Volkov und Alexander Kononenko am 23. Oktober wieder zur Erde zurückkommen. Sie benutzen dafür Sojus TMA-12, mit dem die beiden Russen im April zur Station gestartet waren. Gregory Chamitoff, derzeit dritter Mann an Bord der ISS, kam am 31. Mai mit dem Shuttle Discovery. Er bleibt noch bis Ende November. Dann wird die Raumfähre Endeavour an der ISS erwartet. Mit ihr kommt die Astronautin Sandy Magnus, die Chamitoff dann ablösen wird.  

Wenn Garriott, Volkov und Kononenko die Station verlassen haben, wird sich die neue Mannschaft auf die Ankunft der Endeavour vorbereiten, die am 16. November anlagen soll.  Dieser Shuttle bringt nicht nur Sandy Magnus, sondern auch alle Ausrüstungsgegenstände, die notwendig sind um die Besatzungsstärke der ISS von drei auf sechs Personen zu erweitern. Unter anderem eine zweite Toilette, zwei weitere Schlafstationen und eine Wasseraufbereitungsanlage, die aus Abwasser, Urin und Kondenswasser frisches Trinkwasser produziert.  

Bis zum heutigen Tag ist die Raumstation auf die Wasserversorgung durch den Shuttle und die russischen Progress-Frachter angewiesen. Nach dem Einbau des neuen Wasser-Generators folgt eine Testphase von 90 Tagen, in der dann erprobt werden soll, ob das System den Ansprüchen einer sechsköpfigen Crew genügt. Das Wasser wird nicht nur zum Trinken benötigt, sondern auch zum Waschen, zur Essenszubereitung und vor allem auch zur Sauerstofferzeugung.

Lonchakov, Fincke und Garriott legten am 14. Oktober ohne Probleme am zentralen Zarya-Dockingport der Station an. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Station 365 Kilometer über Kasachstan.

Astra