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THEOS 3; Credit: Astrium Am 1. Oktober, um 08:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit  wurde der thailändische Erdbeobachtungssatellit THEOS vom südrussischen Startplatz Yasny in der Provinz Orenburg, an Bord einer Dnepr-Rakete in eine Erdumlaufbahn befördert. Etwa 15 Minuten nach dem Verlassen des Startsilos war der vorgesehene Orbit erreicht und die dritte Stufe des Trägers setzte das Raumfahrzeug wie geplant aus. Gleich danach fuhr THEOS automatisch seine Systeme hoch und entfaltete die Solargeneratoren.

 Theos-Grafik; Credit: Nasaspaceflight.com
 DNEPR-Liftoff Credit: Reichl
 Theos Control Station in Sri Racha; Credit: Astrium

Die so genannte "Launch and Early Orbit Phase" (LEOP), die Indienststellungsphase,  wird von der Bodenstation Siracha in Thailand aus betreut. Diese Station wurde - genauso wie der Satellit -  von EADS Astrium geliefert. Das Gesamtsystem wird voraussichtlich nach etwa zwei Wochen Tests im Orbit an die Thailändische Raumfahrtbehörde GISTDA übergeben.

Der Start der Dnepr war mehrmals - insgesamt für über ein Jahr - verschoben worden, weil sich die für Überflugrechte und die Abwurfzonen der ersten Stufe keine Einigung mit den südlichen Nachbarländern Russlands hatte finden lassen. Zuletzt wurde der Start am 6. August in letzter Minute abgesagt, weil Kasachstan seine Zusage für diese so genannte "Drop-Zone" wieder zurückzog. Anders als bei den meisten Starts der Dnepr oder der Rokot musste diesmal wegen des vorgesehenen sonnensynchronen Orbits eine genau südliche Flugbahn eingeschlagen werden. Damit ging die ausgebrannte erste Stufe, je nach Flugprofil, entweder in Usbekistan oder in Kasachstan nieder.

Ursprünglich hätte THEOS auf einer Rokot starten sollen, wurde aber dann aber auf die Dnepr umgebucht, eine modifizierte schwere Interkontinentalrakete des Typs RS-20B, im Westen unter der Bezeichnung SS-18 bekannt. Die Nato-Codebezeichnung zu den Zeiten des kalten Kriegs für diese Rakete war "Satan". Diese Rakete ist nach wie vor im Bestand der russischen Streitkräfte und soll dort auch bis mindestens 2016 verbleiben. Die für zivile Zwecke eingesetzten Raketen stammen aus den überzähligen Beständen, die entsprechend den letzten Rüstungsbegrenzungsabkommen entweder vernichtet oder aber zivil genutzt werden müssen.

Der 715 Kilogramm schwere THEOS, das Akronym steht für "Thailand Earth Observation System", befindet sich vorübergehend in einem Parkorbit. Seine endgültige Bahn wird das Raumfahrzeug auf einem kreisförmigen, sonnensynchronen Orbit mit einer Bahnhöhe von 822 Kilometern finden.

THEOS wird Bilder mit mittlerem Auflösungsvermögen liefern, hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke aber auch für das so genannte Desaster-Monitoring.

Astra