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Shenzhou-Besatzung vor dem Start; Credit: China News Seit Freitagnachmittag (oder Abend in China) sind sie nun unterwegs, die drei Taikonauten in ihrem Raumschiff Shenzhou 7. Die lang erwartete dritte bemannte Weltraummission Chinas begann genau um 15:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Am Startort Jiuquan war es da schon sieben Stunden später.

 Shenzhou-Start; Credit: China News
 Shenzhou-Orbitmodul; Credit: China News
 Shenzhou-Training im Wasserbecken; Credit: China News

Die zweistufige Trägerrakete vom Typ Long March 2F arbeitete einwandfrei, und so war die Crew neun Minuten nach dem Liftoff in einem ersten Übergangsorbit mit einem Perigäum von knapp 200 Kilometern und einem Apogäum von 345 Kilometern. Die Bahnneigung zum Äquator beträgt 43 Grad. Gut sechs Stunden später wurde der Orbit angehoben, und liegt seitdem in einem nahezu kreisförmigen Orbit in einer konstanten Höhe von 340 Kilometern.

Über die Zusammensetzung der Crew herrschte bis vor etwa einer Woche Stillschweigen. Lange Zeit hatte es geheißen, dass jeweils eines der Crewmitglieder der  Shenzhou-6 Besatzung als Commander der Shenzhou-7 Primär- und Backup Crew eingesetzt werden sollte. Das wären die Taikonauten Fei Junglong und Nie Haisheng gewesen. Tatsächlich wurden dann aber folgende Mannschaften benannt:

Flugmannschaft: Zhai Zhigang, Liu Boming, Jing Haipeng

Ersatzmannschaft: Wu Jie, Zhao Chuandong, Pan Zhanchun

 

Alle sechs sind Weltraumneulinge.

Das Startfenster orientierte sich an den Sichtbedingungen zum Zeitpunkt der geplanten Landung, die am Sonntag in einem genau ausgewiesenen Zielgebiet und dort bei Tageslicht erfolgen soll. Auch die Beleuchtungsbedingungen während des geplanten Außenbordmanövers - Highlight des Fluges - spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Dieses Manöver wird am 27. September, etwa um 10:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit erfolgen, und wird voraussichtlich nicht mehr als etwa 40 Minuten dauern. Ein Taikonaut verbleibt dabei in der Landekabine, einer verbleibt in der offenen Schleuse und beobachtet den ausführenden Taikonauten, der als einziger das Raumfahrzeug verlässt.

Offensichtlich werden zwei verschiedene Raumanzug-Typen verwendet: Ein Chinesischer Anzug mit der Bezeichnung Feitian für den Prime-Walker (Zhai Zhigang) und ein russischer Orlan-Anzug für den Back-up EVA-Mann. Beide sehen sich recht ähnlich, und der chinesische Raumanzug orientiert sich stark am russischen Orlan-System mit dem charakteristischen Einstieg über den weggeklappten Tornister.

Die nominale Missionsdauer ist auf 68 Stunden, 30 Minuten angesetzt, was wohl unter anderem darauf beruht, dass offensichtlich das Orbitalmodul nicht mit Sonnensegeln ausgerüstet ist und die verfügbare Energiemenge damit recht begrenzt ist.

Während des Fluges wird auch ein etwa 40 Kilogramm schwerer Subsatellit ausgesetzt, der das Raumfahrzeug aus einiger Entfernung filmen soll.

Astra