Beim so genannten Flight Readiness Review (FRR) am 30. November hat die NASA offiziell den Start der Raumfähre Atlantis für Donnerstag, 6. Dezember 2007, 22:31 Uhr MEZ bestätigt. Der Start wird von der Startanlage 39A des Kennedy Space Center (Florida) aus erfolgen. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Erdrotation den Launch Pad in den Schnittpunkt mit der Bahnebene der ISS trägt.

Commander Steve Frick und Pilot Alan Poindexter werden sich an den Kontrollen des Shuttle befinden.

Die NASA hat nur eine gute Woche Zeit diesen Start durchzuführen. Sollte das bis zum 13. Dezember nicht geklappt haben, schließt sich das Startfenster wieder bis Anfang Januar.

Die Ankunft der Atlantis an der ISS ist für Samstag, dem 8. Dezember geplant.

In der Ladebucht der Raumfähre wird das ESA-Raumlabor Columbus zur Internationalen Raumstation transportiert. Mit der Montage und Inbetriebnahme dieses Moduls beginnt die dauerhafte europäische Präsenz in diesem bislang größten Technologieprojekt der Menschheit. Mit an Bord des Shuttles werden neben Frick und Poindexter die drei NASA-Astronauten Rex Walheim, Leland Melvin und Stan Love sein. Außerdem die beiden ESA-Astronauten Hans Schlegel aus Deutschland und der französische Luftwaffengeneral Léopold Eyhardts.

Während der Mission sind drei Außenbordeinsätze fest eingeplant, ein vierter nur dann, wenn die Mission wie erhofft um zwei Tage verlängert werden kann. Darüber wird aber erst nach dem Andocken an der ISS entschieden. Die ersten beiden EVA's werden von Walheim und Schlegel durchgeführt. Der dritte von Walheim und Love und der mögliche vierte von Walheim und Tani.

Das Raumlabor Columbus ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt unter Führung der europäischen Weltraumorganisation ESA. Deutschland war und ist maßgeblich am Bau, dem Betrieb und der Nutzung von Columbus beteiligt. Das Columbus-Kontrollzentrum befindet sich im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München. Hauptauftragnehmer für das Weltraumlabor war die Astrium GmbH in Bremen

Wenn Columbus erst einmal an die ISS angedockt ist, ist Europa vollwertiger Partner bei der Raumstation - mit allen Rechten und Pflichten. Ab dann darf die ESA jedes zweite Jahr einen Astronauten zu einer Langzeitmission entsenden, muss aber auch zur Ver- und Entsorgung der Station beitragen.

Den Anfang zu den europäischen Langzeitmissionen hatte bereits im letzten Jahr ESA-Astronaut Thomas Reiter gemacht. Nun folgt ihm Leopold Eyharts, der nicht wie Hans Schlegel mit der Atlantis noch vor Weihnachten zurück kehrt, sondern mindestens bis Februar auf der Station verbleibt. Seinen Sitz beim Rückflug wird Dan Tani einnehmen, der damit seinen jetzigen Langzeitaufenthalt beendet.

Astra