Eine russische Kosmos 3M-Trägerrakete startete letzte Nacht planmäßig um 01:51 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk südlich von Archangelsk.

 

An Bord befand sich ein 775 Kilogramm schwerer Radarsatellit der SAR-Lupe-Serie, bereits das dritte Raumfahrzeug dieser Art für die deutsche Bundeswehr. Rund eine halbe Stunde später erfolgreich in seiner Umlaufbahn ausgesetzt. Erste Lebenssignale wurden über die Bodenstation Kerguelen im südlichen Indischen Ozean empfangen. Der direkte Kontakt zwischen Kontrollzentrum und Satellit wurde wie geplant 92 Minuten nach Start hergestellt. Erste Tests zeigten, dass auch der dritte SAR-Lupe-Satellit einwandfrei funktioniert. Mit der Inbetriebnahme wurde deshalb bereits in der vergangenen Nacht begonnen.

Die Satellitenkontrolle liegt derzeit in den Händen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR in Oberpfaffenhofen. Die Bodenstation der Bundeswehr in Gelsdorf verfolgt den Satelliten parallel und übernimmt den Betrieb dann ca. vier Wochen später. Von dort wird das Radarsystem zur Aufnahme von SAR-Bildern in Betrieb genommen.

Seit Dezember 2006 und Juli 2007 befinden sich die ersten beiden SAR-Lupe-Satelliten in ihren Umlaufbahnen. Sie liefern hoch aufgelöste Bilder und arbeiten bislang äußerst zuverlässig.

Die zwei jetzt noch folgenden Satelliten werden in Abständen von vier bis fünf Monaten gestartet. Das Gesamtsystem soll 2008 fertig gestellt sein.

Mit an Bord der Kosmos-3M ist ein Automatisches Identifikationssystem (AIS) für Schiffe. Die OHB und das zum Konzern gehörende luxemburgische Unternehmen Luxspace Sarl arbeiten an der Validierung dieses und auch folgender Systeme. OHB baut sieben neue ORBCOMM-Satelliten, auf denen das AIS uunter anderem für die amerikanische Küstenwache zur globalen Überwachung des Schiffverkehrs eingesetzt wird.

Astra