Eine United Launch Alliance Boeing Delta 2 brachte heute Mittag um 14:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit  den Navigationssatelliten GPS 2R-17 sicher in den vorgesehenen Orbit. Das Raumfahrzeug gehört zur NAVSTAR-Konstellation des amerikanischen Verteidigungsministeriums, kann aber weltweit von jedermann genutzt werden.

 

Die Delta 2, in der Konfiguration 7925, startete vom Launch Pad 17A des mit zwei Startrampen bestückten Delta-Startkomplexes der US Luftwaffe am Cape Canaveral. Bei dem Satelliten handelte es sich um den vierten aus der Reihe der modernisierten NAVSTAR Global Positioning System Block 2R-Navigationssatelliten.
Der Start war ...

-die 328. Mission einer Delta seit dem Jahre 1960
-die sechste Delta 2-Mission in diesem Jahr
-der 132. Einsatz einer Delta 2 seit dem Jahre 1989
-der insgesamt 56. gestartete GPS-Satellit
-das 45. Mal, dass eine Delta 2 einen GPS Satelliten gestartet hat
-der 17. GPS Block 2R-Satellit und der 4. des modernisierten Standards

Der Satellit bringt einige Verbesserungen für die Nutzer des GPS-Systems. Das zivile Signal vermeidet jetzt Navigationsfehler die durch die irdische Ionosphäre verursacht werden. Die Verbesserungen im militärischen Segment betreffen ein nunmehr weniger störanfälliges Signal und eine bessere Zielführung von GPS gesteuerten Lenkwaffen in feindlicher Umgebung.

Die erste Stufe Delta 2 mit ihrem RS-27A Triebwerk lief für viereinhalb Minuten. Danach wurde sie in einer Höhe von etwa 100 Kilometern weit über dem Atlantik abgeworfen. Gleich darauf zündete die zweite Stufe und brachte das Vehikel in einen ersten Übergangsorbit mit einem höchsten Bahnpunkt von 178 Kilometern und einem niedrigsten Bahnpunkt von 151 Kilometern. Elf Minuten nach dem Liftoff war die erste Brennperiode der zweiten Stufe abgeschlossen.

Danach begann eine Driftphase, welche die Delta mit dem Satelliten um den halben Planeten herumführte. 61 Minuten nach dem Liftoff, über dem Zentralpazifik, wurde die aktive Startphase wieder aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt begann das zweite Brennmanöver der zweiten Stufe, das 42 Sekunden lang lief. Dies führte neben einer Änderung in der Bahnneigung zum Äquator zu einem Orbit mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 170 Kilometern und einem höchsten Bahnpunkt von 1074 Kilometern.

Kleine Treibsätze sorgten jetzt für einen "Spin up" der gesamten Kombination. Dabei wurde die Rakete mit dem Satelliten in eine Rotation von 55 Umdrehungen pro Minute versetzt, um der Nutzlast nach der Trennung eine Drallstabilisierung mitzugeben. Unmittelbar danach trennte sich die zweite Stufe vom Satelliten und der mit ihm verbundenen dritten Stufe.

Der PAM-Motor der dritten Stufe zündete unmittelbar danach und lief für eine knappe Minute. Danach war der 2.100 Kilogramm schwere Satellit auf einer stark elliptischen Umlaufbahn mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 170 Kilometern, einem höchsten Bahnpunkt von 16.730 Kilometern und einer Bahnneigung von 40 Grad zum Äquator.

68 Minuten nach dem Liftoff trennte sich der Satellit auch von dieser Stufe. Am Freitag feuert der Satellit einen weiteren Feststofftreibsatz, der direkt in den Satelliten eingebaut ist.  Der bringt das Raumfahrzeug dann auf eine Kreisbahn in knapp 17.000 Kilometern Höhe mit einer Inklination zum Äquator von 55 Grad.

Die Controller werden das etwa 55 Millionen Euro teure Raumfahrzeug dann in die Bahnebene F, und hier in den Slot 2 der Konstellation manövrieren. Er soll dort den alten Satelliten GPS 2A-14 ersetzen, der seit dem Juli 1992 auf dieser Position Dienst tat.

Das GPS-System umfasst gegenwärtig 30 operationelle Satelliten, die kontinuierlich Navigationssignale aussenden.

Astra