In der Nacht von Freitag auf Samstag startete eine Ariane 5 GS mit zwei kommerziellen Nachrichtensatelliten erfolgreich in einen geostationären Transferorbit. Nach einem technischen Problem an der Startanlage waren gerade noch 10 Sekunden an Zeit im Zeitfenster verblieben, um den Start noch an diesem Tag durchführen zu können.

Es war dies der vierte von insgesamt sechs in diesem Jahr geplanten Einsätzen der Ariane 5, gleichzeitig war es der 20. erfolgreiche Ariane 5-Start in ununterbrochener Folge, der 34. Ariane 5 Flug überhaupt, und die 178. Mission in der kombinierten Ariane 4/Ariane 5 Historie. Die Nutzlast hatte ein Gesamtgewicht von 5.850 Kilogramm. 4.830 Kilogramm entfielen dabei auf die beiden Satelliten, der Rest auf die Montagevorrichtungen und das SYLDA 5 Dispensersystem.

Die Ariane 5 GS ist die neueste Version des Ariane 5 Standard-Trägers. Er löst die frühere Version mit der Bezeichnung  Ariane 5 G ab. In dieser neueren Variante sind Elemente aus der Ariane 5 ECA und der Ariane 5 ES ATV kombiniert. Sie ist mit Feststoffboostern ausgestattet, die mehr Treibstoff beinhalten. Sie hat eine Komposit-Elektronikbucht mit der gleichen Ausstattung wie die Ariane 5 ECA, und die Oberstufe mit dem Aestus-Triebwerk nimmt 300 Kilogramm mehr Treibstoff auf und entspricht somit der Version, welche für den Start des ATV-Versorgungsraumschiffs eingesetzt wird. Die Zentralstufe verwendet das Vulcain 1B Triebwerk, das auf Meereshöhe einen Schub von 110 Tonnen leistet. Der Erstflug dieser neuen Basisversion der Ariane 5 fand am 11. August 2005 statt.

Eigentlich sollte die Trägerrakete um 23.28 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Startrampe verlassen, aber die vom Computer überwachte Countdown-Sequenz wurde nur Sekunden vor der Zündung angehalten, nachdem ein Problem an der Startanlage festgestellt wurde.

Es gelang den Ingenieuren aber den Defekt zu beheben und der Countdown konnte wieder aufgenommen werden. Um 0:02 Uhr erwachte das Vulcain-Triebwerk schließlich zum Leben, sieben Sekunden danach zündeten die beiden Booster.

Die Feststoffmotoren brannten für zweieinhalb Minuten und wurden dann abgeworfen. Die kryogene Hauptstufe arbeitete noch für sieben Minuten weiter, dann war auch ihr Treibstoff aufgebraucht. Die zweite Stufe, angetrieben von dem knapp drei Tonnen Schub leistenden Aestus-Triebwerk, das mit Hydrazin und Stickstofftetroxid arbeitet, übernahm dann den weiteren Antrieb, bis die vorgesehene Bahn erreicht war.

Die erreichten Einschussparameter waren:
Perigäum: 584.7 Kilometer. Geplant: 584.8 Kilometer.
Zugelassene Toleranz ±4 Kilometer.
Apogäum: 35.,913 Kilometer. Geplant 35,918 Kilometer.
Zugelassene Abweichung ±240 Kilometer.
Inklination: 4.01 Grad. Geplant 4.00 Grad.
Zugelassene Abweichung ±0.06 Grad.

Beide Satelliten wurden von der Orbital Sciences Corporation in Dulles, Virginia gefertigt und basieren auf dem STAR Satellitenbus, einer bei den internationalen Betreiberfirmen sehr populären Plattform für kleinere geostationäre Kommunikationsnutzlasten.

Optus D2 wird vom australischen Satellitenoperator Optus betrieben und ist der zweite Satellit dieses Providers in der Optus D-Serie. Optus D1 wurde im Oktober letzten Jahres ebenfalls mit einer Ariane 5 gestartet. Insgesamt ist es aber schon der vierte Satellit, den Arianespace für Optus startet. Die anderen beiden trugen die Bezeichnung Optus & Defence C1, gestartet im Juni 2003 und Aussat K3, gestartet im Jahre 1987. Auch für die Muttergesellschaft von Optus, der in Singapur beheimateten SingTel hat Arianespace bereits einen Satelliten gestartet, und zwar Aussat K3 im Jahre 1987.

Bei einem Startgewicht von etwa 2.350 Kilogramm erzeugt die Optus D2 Plattform eine Energiemenge von 3.8 Kilowatt mit denen 24 aktive Transponder betrieben werden können. Der Satellit wird auf 152 Grad östlicher Länge positioniert und hat eine Design-Lebensdauer von 15 Jahren.

Intelsat 11 wog beim Start 2.500 Kilogramm und trägt 34 Transponder, die Fernsehen und Datentransfer für Lateinamerika direkt an die Haushalte abstrahlen. Intelsat 11 war erst im letzten April für den Flug auf der Ariane 5 gebucht worden. Er soll auf 43 Grad West stationiert warden, und ist für eine 16jährige Missionslebensdauer ausgelegt.

Seit dem Jahre 1983 hat Arianespace insgesamt schon 46 Satelliten für Intelsat gestartet, zuletzt Galaxy 17 am 2. Mai 2007.

Der nächste Start einer Ariane 5 ist derzeit für den 9. November geplant. Dann sollen mit einer Ariane 5 in der Version ECA der britische militärische Kommunikationssatellit Skynet 5B und der brasilianische STAR ONE C1 in den Orbit gebracht werden.

Astra