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Am 6. Februar kehrte das Rückkehrmodul des russischen Raumschiffs Sojus MS-13 sicher zur Erde zurück. Die Landung erfolgte um 10:12 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Steppe von Kasachstan. An Bord waren der russische Kosmonaut Alexander Skworzow, der ESA Astronaut Luca Parmitano, der in den letzten drei Monaten als Kommandant der ISS fungiert, und die US-Astronautin Christina Koch. Letzterer galt besondere Aufmerksamkeit, denn sie hatte insgesamt 328 Tage im Orbit verbracht und ist damit Weltrekordhalterin bei den Frauen für den längsten Einzelraumflug. Damit liegt sie nur 12 Tage unter dem US-Rekordaufenthalt von Scott Kelly.

Die Entscheidung, dass sie so lange an Bord der ISS verbleiben sollte, fiel erst nachdem sie schon vier Wochen lang an Bord der Station gelebt hatte. Ursprünglich war nur ein halb so langer Aufenthalt geplant gewesen. Diesen Plan hatte aber der Fehlstart von Sojus MS-10 vereitelt. Nach dieser Mission folgte ein kompliziertes Reshuffling für die folgenden Flüge.  Limitierender Faktor war dabei die Mission des Astronauten Hassa-al-Masouri von den Arabischen Emiraten, der einen Vertrag für einen einwöchigen Kurzzeitflug hatte. Sein Start mit Sojus MS-15 bedeutete, dass eines der Besatzungsmitglieder von Sojus MS-12 (Alexei Owtschinin, Tyler Hague und Christina Koch) seinen, respektive ihren, Sitz für die Rückkehr aufgeben musste. Die Wahl fiel auf Christina Koch. Ihre Rückkehr wurde nun für Sojus MS-13 festgelegt, was aber wiederum bedeutete, dass ein Besatzungsmitglied dieser Crew auf seinen Rückkehrsitz verzichten musste. Das war nun Andrew Morgan, dessen Flugdauer daraufhin von sieben auf neun Monate verlängert wurde. Er wird jetzt mit Sojus MS-15 im April zurückkehren. Dieses Raumschiff war am 25. September 2019 mit Oleg Skripotschka, Jessica Meir und Hassa-al-Masuri gestartet, der nach insgesamt sieben Tagen Aufenthalt in der ISS mit der Crew von Sojus MS-12 zurückkehrte. Den nunmehr freien Sitz in Sojus MS-15 nimmt Andrew Morgan ein.

Für Christina Koch bedeutete die lange Mission eine Vielzahl zusätzlicher Erfahrungen, die sie in der Seniorität innerhalb des US-Astronautencorps weit nach vorne gebracht haben dürften. Unter anderem hat sie während ihres Aufenthaltes nicht weniger als sechs komplexe Außenbordmanöver durchgeführt. Zwei davon mit ihrer Kollegin Jessica Meir, die ebenfalls im April zurückkehren soll.

Skwortzow und Parmitano hatten bei dieser Mission insgesamt 200 Tage und 17 Stunden in der Erdumlaufbahn verbracht. Skwortzows Gesamtzeit im Weltraum beträgt nun 546 Tage aus drei Flügen, die von Parmitano 367 Tage aus zwei Flügen.

Bild: Kurz vor der Landung von Sojus MS-13; Credit: NASA/Bill Ingals