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StartposterEine Trägerrakete des Typs Proton M Briz M brachte am 3. Juni vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur aus den Kommunikationssatelliten SES-6 in einen geostationären Transferorbit. 15 Stunden und 31 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe setzte die Briz M-Oberstufe das Raumfahrzeug ab. Nach Abschluss der Indienststellungstests in einigen Wochen soll der Satellit Nordamerika, Lateinamerika, die Karibik, Europa und die Atlantikregion mit Kommunikationsdiensten versorgen.

Der Liftoff erfolgte um 11:18 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Bei diesem Start steuerte der Träger eine relativ ungewöhnliche, so genannte supersynchrone geostationäre Transferbahn an. Das bedeutete in der Praxis, dass zwar nicht mehr Brennmanöver der Briz M nötig waren als sonst auch, dass aber die ohnehin schon üblicherweise sehr lange Missionsdauer der Proton noch einmal um sechs Stunden verlängert wurde. Das Perigäum lag bei der Freigabe des Satelliten bei 4.480 Kilometern, das Apogäum bei 65.000 Kilometern und die Bahnneigung zum Äquator bei 26,7 Grad. Von dieser besonderen Bahn aus, bei welcher der höchste Punkt der Orbitellipse fast 20.000 Kilometer über dem geostationären Orbit liegt, sind Inklinationswechsel besonders treibstoffsparend möglich. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Nutzlast aus, da diese dann für die Bahnanpassung weniger Treibstoff benötigt.

Die ersten drei Stufen der Proton brachten die Orbitaleinheit, bestehend aus der Briz M und dem Satelliten, zunächst wie üblich auf eine orbitnahe Suborbitalbahn. Gut eine Minute nach der Trennung dieser Orbitaleinheit von der dritten Stufe des Trägers erfolgte dann ein erstes Brennmanöver der Briz M, bei der die Oberstufe mit dem Raumfahrzeug auf einen niedrigen Parkorbit in 170 Kilometern Höhe und mit einer Bahnneigung von 51,5 Grad zum Äquator gebracht wurde. Diese Bahn war dann der Ausgangspunkt für die vier folgenden komplexen Bahnmanöver.

SES-6 war von Astrium auf Basis des E3000-Satellitenbus gebaut worden und hatte eine Startmasse von 6.100 Kilogramm. Das Raumfahrzeug ist ein Mehrzwecksatellit, der den Satelliten NSS-806 auf der Position 40,5 Grad westlicher Länge ablösen soll. Dieser Satellit war 1998 mit einer Atlas 2AS unter dem Namen Intelsat 806 gestartet worden. SES-6 ist der 53. Satellit in der Flotte der luxemburgischen Gesellschaft.

SES-6 verfügt drei C-Band Transponder und 48 Transponder, die im Ku-Band arbeiten. Die Entwurfslebensdauer des Raumfahrzeugs liegt bei 15 Jahren.

Der Start am 3. Juni war der vierte Proton Start des Jahres 2013 und insgesamt schon der 81. Start einer Proton der von International Launch Services (ILS) organisiert wurde. Es war außerdem der 22. SES-Satellit, der mit einer Proton in den Orbit geschickt wurde und der 16. von Astrium gebaute Satellit auf einer Proton.