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Vorbereitung für den StartEine Trägerrakete des Typs Sojus-FG brachte am 22. Juli fünf Satelliten gemeinsam in eine polare Erdumlaufbahn. Es sind dies die in Russland gebauten KANOPUS-B, MKA-PN1 und BKA, der kanadische ADS-1B (der auch unter dem Namen „ExactView-1“ firmiert) und der deutsche Satellit TET-1.

Der Start im kasachischen Baikonur erfolgte um 8:41 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der relativ selten eingesetzten Rampe 6 der Startanlage 31. Von hier aus wird übrigens auch der nächste bemannte Sojus-Start erfolgen. Als Träger wurde eine russische Sojus FG mit einer Fregat-Oberstufe eingesetzt.

Der Start verlief vollständig problemfrei. Die fünf Raumfahrzeuge wurden auf unterschiedlichen Bahnen in einer Höhe von etwa 510 Kilometern und auf einer Bahnneigung von 97 Grad abgesetzt. Die Freisetzung von BKA, Kanopus-B und TET-1 erfolgte zwischen 09:26 und 09:33 Uhr mitteleuropäischer Zeit, MKA-PN1 und  ExactView 1 wurden um 11:00 von der Fregat abgetrennt.

TET-1 (die Abkürzung steht für „Technologie-Erprobungsträger 1“), wurde im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur DLR unter der Projektleitung von Kayser-Threde von der Astro- und Feinwerktechnik GmbH in Berlin Adlershof gebaut. Der Satellit ist Bestandteil des On-Orbit Verification Programmes (OOV) des DLR. Das gerade mal 70 Kilogramm schwere Raumfahrzeug ist für eine Lebensdauer von 14 Monaten ausgelegt und wird die eine Hälfte der aus zwei Satelliten bestehenden FIREBIRD-Konstellation sein, die der weltweiten Entdeckung und Überwachung von Waldbränden dient. Die zweite Einheit, der Satellit BIROS, befindet sich derzeit noch in der Integration.

ADS-1b vulgo “ExactView-1” (letzterer Name ist ein Homonym für die auftraggebende Institution “exactEarth”) ist das inzwischen fünfte Raumfahrzeug in einer Konstellation aus Überwachungssatelliten für weltweite Schiffsbewegungen, die von “exactEarth” betrieben wird.  Das 100 Kilogramm schwere Vehikel wurde von der britischen Surrey Satellite Technology Ltd (SSTL) in Zusammenarbeit mit der russischen  „Commercial Space Technologies (CST)“ gebaut.

Zwei weitere Passagiere an Bord der Sojus sind die beiden baugleichen Erdbeobachtungssatelliten KANOPUS-Vulcan 1 und BelKA. Ersterer ist für Russland bestimmt, der zweite wurde im Auftrag von Weißrussland gestartet. Beide wiegen jeweils etwa 400 Kilogramm. Die Satelliten wurden von der russischen Firma NPO VNIIEM gebaut, die elektronische Ausstattung kommt von der Surrey Satellite Technology Ltd.

Und schließlich befand sich auch noch der russische Klimaüberwachungssatellit MKA-PN1an Bord, dessen Aufgabe die Messung des Salzgehaltes und der Strömungen der Meere sein wird.  Dieses Raumfahrzeug wurde von der russischen NPO Lavochkin auf Basis des „Carat“-Satellitenbus entwickelt und gebaut.

Die Satellitenempfangsanlage Weilheim in Oberbayern erhielt beim ersten Überflug von TET-1 die erwarteten Telemetriedaten. Sie weisen darauf hin, dass die Mission soweit problemlos verläuft. Auch die anderen vier Raumfahrzeuge sind offensichtlich nach dem Start in guter Verfassung und beginnen nun mit der teilweise mehrwöchige Kalibrierungs- und Indienststellungsphase.