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Es war einmal eine Zeit, da gab es eine Publikation über Astronomie und Raumfahrt, die beim Volk sehr beliebt war und sich einer regelmäßigen und gesicherten Auflage erfreute. Doch kaum waren 15 Jahre vergangen, da verkaufte der Verleger die Zeitschrift für ein Linsengericht. Und gleich danach wurde sie vom neuen Käufer eingestellt, besaß er doch eine ähnliche Publikation , die er dadurch besser zu verkaufen trachtete. Betrübt ob dieses Geschehens zerstreuten sich die ehemaligen Mitarbeiter in alle Winde.

Alle Mitarbeiter? Nein, nicht ganz. Einige wenige der alten Getreuen blieben miteinander in Kontakt. So auch Nox und Astra.

Und so kam es zur Geburtsstunde des Orion:  Man schrieb den 6. Januar 2007. An diesem Tag besuchte Astra die Donaumetropole Wien, um seine ehemalige Kollegin und Freundin Nox zu treffen. Sie hatten an jenem Tag nichts anderes zu tun, und so beschlossen sie, ein Lichtspielhaus aufzusuchen. Auf dem Weg in die Veranstaltung ("Wer früher stirbt ist länger tot"), knapp vor der Rolltreppe, ließ Nox dann eine Bemerkung fallen, die den Gründungsmoment des Orion bildete.

"Lasset uns wieder eine Zeitschrift machen. Doch generieren wir zuvor eine Internetplattform, eine Marke und viel Bekanntheit. Erst wenn dieses vollbracht ist, sei die Zeit reif für eine Publikation". Astra gefiel dieser Einfall außerordentlich. "Ei, welch guter Gedanke. Lasset uns morgen darüber beraten. Beim Morgenmahl."

So trafen sich Nox und Astra tags darauf zum Frühstück, bewaffnet mit Schreibstift und Notizbuch. Nach Kaffee, Brot, Käse und Kuchen und rituellem Palaver über Kinder und Kegel wurden erste Pläne geschmiedet - über Inhalte, Ziele und einen passenden Titel.

Nox schlug den Namen "Orion" vor, meinte aber zugleich, "Das kann man wohl nicht nehmen. Das hat leider ein Versandhaus für sich gepachtet." Astra meinte erst, das sei doch völlig egal, gehe es doch hierbei nur um allzu Menschliches, dann kam man aber überein, doch noch mal darüber zu schlafen. Zur Auswahl standen zahllose Namen, die alle irgendwie nicht gut genug erschienen: zu sperrig, nicht klangvoll genug, zu weit hergeholt.

Nachmittags besuchten beide ihre gemeinsame Freundin Luna, die in früheren Zeiten einige gute Veranstaltungen im Planetarium möglich gemacht hatte. Nach einer ausgedehnten Kaffeejause mit viel Geplauder über die alten Zeiten machten sich Astra und Nox auf den Heimweg. Es war dunkel geworden, und der Himmel sternenklar. Und am Firmament vor den beiden stand groß und unübersehbar das Sterbild des Orion. Die beiden sahen sich an und meinten: "Wenn das mal nicht ein Zeichen ist!"

Die Namensgebung war damit noch nicht abgeschlossen, doch beide waren willens, dem vorbelasteten Namen noch eine Chance zu geben.

Ende Januar 2007 war die Namensgebung immer noch nicht abgeschlossen. Trotzdem reservierten Astra und Nox Netzplatz und eine Zwischennetz-Adresse und eröffneten die Plattform. Die erste Nachricht war ausschließlich für Insider gedacht: Ein Bild der Blues Brothers, darunter die Botschaft: "Wir bringen die Band wieder zusammen."

Die Inhalte waren zunächst spärlich und wurden nicht allzu häufig erneuert.  Nox ließ sich in die hohe und heilige Kunst des Webdesigns einweihen. Dann wurde ein Provisorium erstellt, das fürs erste die Inhalte aufnehmen sollte. Bei diesem Provisorium blieb es dann eine Weile. In dieser Weile entstand die Idee der Wortbildmarke "Der Orion". Dafür wurde beim Patentamt Markenschutz beantragt.

Der gesamte Internet-Auftritt wurde umgestellt, nachdem das Patentamt die Urkunde zugestellt hatte. Das Logo kam auf die Seite. Doch sie wurde weiterhin noch recht provisorisch geführt und neue Inhalte kamen nur gelegentlich.

Im September 2007 kam Nox spontan die Idee, täglich neue Inhalte auf die Webseite zu bringen, indem man "Astronomy Picture of the Day", kurz APOD, auf deutsch anbieten könnte. Gesagt, getan. Der Plan, auch alle früheren Seiten zu übersetzen wurde nach einer kurzen Rechnung verworfen: APOD wird seit 13 Jahren geführt - das sind grob geschätzt 4390 Seiten. Optimistisch geschätzte 2000 Stunden Arbeit. Doch die Übersetzung der aktuellen Inhalte lief gut an.

Nach einer Weile kontaktierten die beiden die Herausgeber von APOD, die Seite zu verlinken - diese Bitte wurde erfüllt - und mehr noch. Am 1. Januar 2008 fand Nox, als sie sich verschlafen nach einer langen Silvesternacht an die Übersetzung der Seite machte, einen Link vor - zusammen mit dem Hinweis, dass APOD auch auf deutsch verfügbar wäre! Das Jahr fing also gut an. Auch die Statistik anderntags konnte sich sehen lassen: 1500 verschiedene Rechner auf der ganzen Welt hatten an diesem einen Tag die Seite besucht.

In den ersten Monaten des Jahres 2008 wurde der Plan weitergeführt. Neben dem täglichen APOD, so der Plan, sollte zumindest jeden  Werktag eine neue Meldung auf den Seiten des Orion erscheinen. Gegen Ende Juni war auch dieser Schritt erfüllt.

Somit waren zum Halbjahreswechsel 2008 sind schon etliche Schritte des Masterplans erfüllt: Eine Marke wurde geschaffen, eine Internettplattform wurde eingerichtet und Bekanntheit wurde generiert. Waren es Mitte des Jahres 2007 noch kaum mehr als 10 bis 15 Besucher täglich so sind es nun im Schnitt etwa 800 und an manchen Tagen schon mehr als 1000.

Zeit, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen...