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Mission EmblemUS-Militär und Geheimdienst sind in aller Regel nicht sehr freizügig mit Informationen über ihre Satelliten, doch kann man sich dabei meistens aus den Umständen des Starts, den eingeschlagenen Flugbahnen oder den Missionsemblemen einen Reim auf die Aufgabe der jeweiligen Raumfahrzeuge machen. In aller Regel gibt auch die Organisation, die einen Start durchführen lässt, diese Tatsache bekannt. Starts des Geheimdienstes NRO beispielsweise werden immer auch vom NRO identifiziert, wenngleich sich die Behörde über die genaue Aufgabe eines Satelliten nicht in die Karten schauen lässt.

Beim Start einer Atlas 5 am 17. September waren die verfügbaren Informationen aber noch einmal deutlich spärlicher. Immerhin ist der Hersteller des Raumfahrzeugs bekannt, denn der vermeldete, einen Satelliten für eine Organisation starten zu wollen, deren Name er nicht nennen dürfe. Die geheime Mission des mit CLIO bezeichneten Raumfahrzeugs begann um 2:10 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit (20:10 Uhr US-Ostküstenzeit am Vortag in Cape Canaveral).

Beobachtet werden konnte, dass die Oberstufe des Trägers zwei Brennphasen absolvierte. Eine erste, um etwa 18 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe einen elliptischen Übergangsorbit zu erreichen, und zweieinhalb Stunden später ein 70sekündige zweite Zündung, die wahrscheinlich in einem halbsynchronen Orbit in etwa 20.000 Kilometern Höhe resultierte mit einer Orbitperiode von 12 Stunden. Danach wurde der Satellit freigegeben. Welche Aufgaben ein Raumfahrzeug auf dieser Bahn durchführen kann, ist Spekulation.  Auf Bahnen in dieser Höhe befindet sich beispielsweise auch die GPS-Konstellation.

Lockheed Martin meldete immerhin, dass das Raumfahrzeug auf seiner kommerziellen Satellitenplattform A2100 basiert, die schon für mehr als 40 kommerzielle und militärische Satelliten eingesetzt worden ist, unter anderem für das Infrarot-Raketendetektionssystem SBIRS der US-Luftwaffe.

Die Umstände des Starts und die Namensgebung(nach einer griechischen Gottheit) erinnern an den Satelliten PAN, der im September 2009 ebenfalls von Cape Canaveral aus gestartet worden war. Auch dieses Raumfahrzeug war von Lockheed für einen nicht genannten Kunden gebaut worden, und auch über dessen Aufgaben verlautete nie ein Wort. Die Vermutung liegt daher nahe, dass diese beiden Satelliten zusammengehören.