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For All Mankind; Credit: ÖWF Apollo 11 erwacht im Linzer Ars Electronica Center

Das Jubiläum "Vierzig Jahre bemannte Mondlandung" in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli (1969-2009) ist der willkommene Rahmen für eine der mittlerweile legendären Weltraum-Shows des ÖWF. Noch einmal landet Eagle", die Mondfähre, mit den beiden Astronauten Armstrong und Aldrin, wirbelt Mondstaub auf und funktioniert perfekt – diesmal aber im "Ars Electronica Center" in Linz.

For All Mankind; Credit: ÖWFVon Raumfahrtenthusiasten damals wie heute wird sie die "Nacht der Nächte“ genannt – jene, die mit der Abenddämmerung des 20. Juli 1969 begann und erst mit Sonnenaufgang – und einem welthistorischen Ereignis später – endete. Die Mission Apollo 11 war bis zum Mond gekommen, bis auf seine staubige Oberfläche. Zwei Luftwaffepiloten der USA hüpften plötzlich auf dem Erdtrabanten. Die Menschheit saß vor dem Fernsehgerät. Und in diesem Moment war die Ikone des zwanzigsten Jahrhunderts geschaffen worden: Wir auf einem anderen Himmelskörper.

Das Linzer Ars Electronica Center, ein Technologie-Museum der dritten Art und vierten Dimension, Publikumsmagnet der oberösterreichischen Landeshauptstadt, widmet dem Apollo-Ruhm einen Sommer lang Ausstellungen und Sonderveranstaltungen. Es wird dabei vom Österreichischen Weltraum Forum tatkräftig unterstützt.

Am Montag, 20. Juli 2009, luden das AEC und das ÖWF gemeinsam zu einem multimedialen Spektakel: die Wiedergeburt der Mondnacht von Apollo 11. Drei Stunden lang wurden über einhundert Gäste noch einmal auf die Bühne des Kalten Krieges entführt, und natürlich in den Weltraum. Das begeisterte Publikum erlebte Blicke hinter die Kulissen der mächtigsten Rakete der Welt, lernte die Besatzung von Apollo 11 einmal von der privaten Seite kennen, erfuhr Staunenswertes über den guten alten Mond.

For All Mankind; Credit: ÖWF Nach packender Musik und viel Information ging es in einem zweiten Teil dieser Mondnacht in den so genannten "Deep Space" Raum des AEC: ein acht Meter hoher und zwölf Meter breiter, tiefschwarzer Kubus mit Riesenleinwand; am Boden sitzend, mit 3-D-Brille auf der Nase und unter sanftem Disco-Sternenlicht begraben, wurden die Gäste dann tatsächlich zum Mond geflogen. Die ÖWF-"Showmaster" Gernot Grömer, Norbert Frischauf und Alexander Soucek und Moderator Johannes Grenzfurthner erzählten aus dem Stegreif die dramatischen letzten sieben Minuten vor dem Aufsetzen der Mondfähre. Fast auf die Minute genau vierzig Jahre nach den bangen Original-Momenten - gefolgt von einem für das Ereignis eigens produzierten 3D-Überflug des Mond-Südpoles, den Björn Grieger vom Astronomiezentrum der ESA in Madrid präsentierte.

Der letzte Teil des Abends im Zeichen von Apollo 11 war dann der Zukunft gewidmet. Wie geht es weiter mit der Raumfahrt zum Mond? Dazu meldete sich live aus Utah, USA, der Raumfahrt-Systemingenieur Shane Kemper, der für die NASA am neuen "Constellation"-Programm arbeitet – mit anderen Worten: an der Rückkehr zum Mond. Aus erster Hand erfuhren die nach drei Stunden Programm schon müden, aber enthusiastischen Zuschauer die Pläne und den aktuellen Stand der Raumfahrt nach dem Space Shuttle.

For All Mankind; Credit: ÖWF Nach einem inspirierenden Finale der Mondnacht, nach dem Schlussapplaus und nach vielfachem Smalltalk mit den Gästen ging es für die Handvoll ÖWF-Mitglieder zum privaten Teil dieser Nacht: Gerhard Grömer lud auf die Sternwarte der Linzer Astronomischen Gemeinschaft, wo bei Erfrischungen, Wurstbroten und anderen "himmlischen" Freuden bis drei Uhr sechsundfünfzig morgens gefeiert wurde – bis zu dem Moment, als vor vierzig Jahren Neil Armstrong am Ende der Leiter angekommen war und seinen Fuß auf den Mond setzte.

Da endlich wurden dann die Sektgläser erhoben, man stieß an auf die Erfüllung eines Menschheitstraumes, auf die Zukunft – und ging unter den in der Morgendämmerung verblassenden Sternen nach Hause.

Doppler