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Aquarell von Sigismondo Tizio, Biblioteca Apostolica VaticanaDer sogenannte Ensisheim-Meteorit ist der älteste bezeugte Meteoritenfall Europas, von dem heute noch Material vorhanden ist.

Für vier Tage wird er im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen sein. Außerdem werden kleine Bruchstücke des Meteoriten und Originalzeichnungen und Faksimiles bis 3. Februar 2014 zu sehen sein.

Am 7. 11. 1492 wurde über dem Elsass (Frankreich) und Teilen der Schweiz eine gewaltige Explosion vernommen. Sebastian Brant war zu jener Zeit in Basel und hat die Explosion sicherlich gehört. Mittels seines Flugblatts „Von dem donnerstein gefallen im 1492 jar: vor Ensisheirn“, wurde die Kunde über dieses Ereignis über ganz Europa verbreitet.

Albrecht Dürer hielt sich an diesem Tag in Basel auf. Später malte er einen explodierenden Himmelskörper auf die Rückseite seines Gemäldes „Büßender Heiliger Hieronymus“. Johann Wolfgang von Goethe besuchte 1771 den Ensisheim-Meteoriten und berichtete darüber in seiner Autobiograpie „Dichtung und Wahrheit“.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Stücke vom Ensisheim-Meteoriten abgeschlagen, die sich heute z.B. in den Naturhistorischen Museen von Paris, Berlin, London oder Wien befinden. Das rund 54 kg schwere Hauptstück kann im Museum des „Palais de la Régence“ in Ensisheim besichtigt werden, wo es unter der Aufsicht der Bruderschaft der „Confrérie Saint-Georges des Gardiens de la Météorite d‘Ensisheim“ verwahrt wird. Der Großmeister der Bruderschaft wird den Ensisheim-Meteoriten für die Dauer von nur vier Tagen nach Wien bringen, wo er in seiner historischen Vitrine im Meteoritensaal gezeigt wird. Parallel dazu werden einige Originalzeichnungen sowie Faksimiles dieses ältesten Meteoritenfalles in Europa zusammen mit den kleinen Stücken des Ensisheim-Meteoriten aus der Sammlung des NHM Wien gezeigt. Diese Objekte werden bis zum 3. Februar 2014 ausgestellt sein.

Bild: Aquarellzeichnung und Text von Sigismondo Tizio, Biblioteca Apostolica Vaticana