Bei einem der extrem seltenen Starts einer Minotaur-Trägerrakete brachte die US Space Force am 7. April sechs Kleinsatelliten und einen CubeSat in eine niedrige Erdumlaufbahn. Die Mission trug die Bezeichnung STP-S29A. Startort war die Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Die Minotaur gibt es in sechs verschiedenen Varianten. In der Praxis ist aber nur noch die Minotaur IV im – seltenen – Einsatz. Seit ihrem Erstflug im Jahre 2010 war sie insgesamt neun Mal im Einsatz, davon sieben Mal orbital und zweimal für suborbitale Flüge. Die vierstufige Minotaur IV kann eine Nutzlast von etwa 1700 Kilogramm auf eine niedrige Erdumlaufbahn bringen.
Der Liftoff erfolgte um 13:33 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 8 des Weltraumbahnhofs. Die vierte Stufe lieferte die Nutzlasten in einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 480 Kilometern, einem Apogäum von 505 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 60 Grad ab.
Die Minotaur-Raketenfamilie wird von Northrop Grumman produziert, oder besser gesagt: zusammengestellt. Es handelt sich dabei nämlich um einen bunten Baukasten militärischer Feststoff-Treibsätze aus den unterschiedlichsten Programmen, ab und zu gewürzt mit der einen oder anderen zivilen Komponente, die je nach Missionsanforderung zu einer neuen Rakete kombiniert werden. In der Mehrheit bestehen diese Treibsätze aus einzelnen Stufen von verschiedenen Minuteman-Bauserien und Peacekeeper-Interkontinentalraketen.
Auf Raketen der Minotaur-Serie dürfen in der Regel nur US-Regierungsnutzlasten fliegen. Dies waren bei der aktuellen Mission die folgenden:
- STPSat-7. Ein Versuchssatellit des US-Verteidigungsministeriums.
- 2 x Rawhide. Hersteller und Zweck unbekannt.
- Hersteller und Zweck unbekannt.
- AggieSat-6. Von der Texas A&M University. Einsatzzweck unbekannt.
- ASTRA-HyRAX. Von der Universität Auburn. Einsatzzweck unbekannt.
- MISR-C1. Ein CubeSat des US-Special Ein Technologiedemonstrator.
Nach diesem Einsatz sieht die Startübersicht des Jahres 2026 wie folgt aus:
- USA: 46 (davon SpaceX: 41)
- China: 19. 3 Fehlschläge (Langer Marsch 3B/E, Ceres 2, Tianlong-3)
- Neuseeland: 5
- Russland: 5
- Indien: 1. 1 Fehlschlag (PSLV XL)
- Europa: 1
- Japan: 1. 1 Fehlschlag (KAIROS)
- Deutschland: 0.
- Australien: 0.
- Israel: 0
- Südkorea: 0
Die Statistik der eingesetzten Startplätze stellt sich wie folgt dar:
- Cape Canaveral/Kennedy Space Center: 25 (24/1)
- Vandenberg Space Force Basis: 21
- Jiuquan: 7
- Mahia: 5
- Wenchang: 3 (institutionell 1/kommerziell 2)
- Plessezk: 3
- Xichang: 2
- Baikonur: 2
- Dongfanghang Tiangang (auch: Oriental Spaceport Launch Ship): 2
- Taiyuan: 2
- DeFu-15001: 1
- Guyana Space Centre: 1
- Satish Dhawan: 1
- Tanegashima: 0
- Andøya: 0
- Wostotschnij: 0
- Bowen Orbital Spaceport: 0
- Palmachin: 0
Bild: Northrop Grumman