Das hat es seit Beginn des Raumfahrtzeitalters nicht gegeben, und bestätigt den stetigen Abwärtstrend in der russischen Raumfahrt. Erst der 14. Start eines neuen Raumfahrtjahres erfolgt in Russland, und erst als sechstes Land bringt die einstige Nummer 1 (bezüglich der Anzahl von Orbital- und Raumsondenstarts) im Jahr 2018 den ersten Satelliten in den Orbit. Immerhin waren es aber dann gleich 11 Stück, die an diesem 1. Februar mit einer Trägerrakete des Typs Sojus 2.1a/Fregat M von Wostotschny aus ihre Reise in die Umlaufbahn antraten. Zwei russische Erdbeobachtungssatelliten der Kanopus V-Serie, vier Technologiesatelliten der TU Berlin mit der Bezeichnung S-Net, vier Cubsats von Spire Global mit der Bezeichnung Lemur-2 und ein weiterer deutscher Kleinsatellit, D-Star ONE v.1.1 von German Orbital Systems, ebenfalls ein Cubesat.

Die Mission war erst der dritte Einsatz vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny aus, dessen Inbetriebnahme und Ausbau nur sehr langsam voran geht. Beim vorausgegangenen Flug, im November 2017, hatte eine Sojus Fregat einen Wettersatelliten der Meteor-Reihe wieder in die Erdatmosphäre zurückgesteuert. Wie sich schnell herausstellte, hatte ein törichter Fehler in der Justierung des Flugführungssystems der Oberstufe für den Absturz gesorgt. Das Gerät war für einen Start vom 5.000 Kilometer entfernten Baikonur aus eingestellt gewesen. Dem Fehlstart waren neben dem russischen Wettersatelliten noch 18 weitere internationale Nutzlasten zum Opfer gefallen.

Doch dieses Mal klappte aber alles wie am Schnürchen. Der Flug begann um 3:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 11:07 Uhr Ortszeit) bei Außentemperaturen von -20 Grad Celsius. 55 Minuten nach dem Liftoff hatte die Orbitaleinheit, bestehend aus der Fregat M und den Satelliten, eine Kreisbahn in 500 Kilometern Höhe bei einer Inklination von 97,44 Grad erreicht. 59 und 65 Minuten nach dem Liftoff wurden beide russische Kanopus-Erdbeobachtungssatelliten ausgesetzt. 96 und 139 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe führte die Fregat zwei Bahnanpassungsmanöver durch, und steuerte dabei einen leicht elliptischen Orbit mit einem Perigäum von 564 Kilometern, einem Apogäum von 567 Kilometern und einer Inklination von 97,7 Grad an. Zwei Stunden und 25 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurden dann die vier S-Net Satelliten abgesetzt, vier Minuten darauf die vier Lemur-2 Einheiten und schließlich Star One v.1.1.  

Die vier S-NET Mikrosatelliten der TU Berlin wiegen jeweils etwa acht Kilogramm. Bei ihnen handelt es sich um Technologiedemonstratoren, mit denen Inter-Satellitenlinks und Bodenkommunikation über das S-Band erprobt werden soll. Sie sind würfelförmig mit einer Kantenlänge von jeweils 24 Zentimetern.

Der drei Cube-Sat-Basiseinheiten große D-Star ONE v.1.1 Phoenix  ist die Ersatzeinheit für eine Einheit, die beim Fehlstart vom 28. November verloren ging. Er wurde in nur wenigen Wochen aus den Ersatzteilen dieses ersten Exemplars zusammengebaut. Auch er ist ein Versuchsträger für Kommunikationstechnologie.

Roskosmos und Roshydromets werden die beiden Kanopus-Satelliten betreiben. Hergestellt wurden die beiden Fluggeräte von NPP VNIIEM, die elektronische Ausstattung stammt von SSTL in England. Jede dieser beiden Einheiten wog beim Start 473 Kilogramm.

Die Rakete trug auch noch mehrere Massensimulatoren für Nutzlasten, die eigentlich hätten mitfliegen sollen, aber kurzfristig wieder zurückgezogen wurden.

Bild: Künstlerische Darstellung der Kanopus-V Satelliten; Credit: Roskosmos