Die extrem hohe chinesische Startkadenz hält weiter an. Beim bereits fünften Start innerhalb von nur gut zwei Wochen brachte am 25. Januar eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2C die vierte Gruppe von Yaogan 30-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn. Wie bei den vorausgegangenen Missionen dieser Art erfolgte auch dieses Mal der Start von der Startanlage 3 des zentralchinesischen Weltraumbahnhofs Xichang aus. Den Aufstieg Chinas zur Raumfahrt-Supermacht mag man daran erkennen, dass das Land noch 2005 während des kompletten Jahres lediglich fünf Starts durchführte.

Die Satelliten der Chuangxin-5 Konstellation, wie sie auch genannt wird, wurden in sehr kurzen Zeitabständen gestartet. Die erste Dreiergruppe startete am 29. September 2017, die zweite am 24. November und die dritte am 25. Dezember. Noch immer ist nicht ganz klar, welchen Einsatzzweck die nun insgesamt 12 Raumfahrzeuge erfüllen. Klar ist nur, dass die Umlaufbahnen aller Satelliten exakt aufeinander abgestimmt sind, und dass sie die Erde in einem Band zwischen 35 Grad nördlicher Breite und 35 Grad südlicher Breite beobachten. Was immer sie an Funkaufklärung oder optischer Überwachung vornehmen, die Ausgestaltung der Kleinkonstellation ermöglicht eine hohe Überflugfrequenz.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hielt sich mit Informationen über die Satelliten bedeckt. Nach ihrer Aussagen werden sie "elektromagnetische und umweltrelevante Untersuchungen, sowie andere Experimente" anstellen.

Die Mission begann um 6:39 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Wenige Minuten später war die geplante Umlaufbahn in gut 600 Kilometern Höhe bei einer Inklination von 35,0 Grad erreicht. Die staatlichen chinesischen Medien bezeichneten den Start erfolgreich, ohne weiter auf den Zweck der Mission einzugehen. Nach noch unbestätigten Meldungen soll sich noch ein Kleinsatelliten mit der Bezeichnung WeiNa-1A (Mikro-Nano-1A) befunden haben.

Bild: Start der Langer Marsch 2C mit der Yaogan-30 Gruppe 04; Credit: mp.weixing.qq.com