China brachte in den frühen Morgenstunden des 12. Januar die beiden nächsten Flugeinheiten des Beidou-Navigationssatellitensystems in eine halb-geosynchrone Erdumlaufbahn. Als Träger wurde dabei eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B/YZ-1 eingesetzt. Bei den Fluggeräten soll es sich um die Einheiten 3 MEO-7 und 3 MEO-8 handeln, die chinesischen Medien bezeichnen sie allerdings mit den Nummern M7 und M8. Im Rahmen der gesamten Beidou-Konstellation sind diese beiden Raumfahrzeuge bereits die Einsatzgeräte Nummer 26 und 27. Sie gehören zur MEO (Medium Earth Orbit) Komponente der Phase 3 des Beidou-Systems.

Die etwas verwirrende Bezeichnung der heute gestarteten Einheiten gegenüber dem im November gestarteten Satellitenpaar (das auch als 3M EO 1 und 2 bezeichnet worden war) mag daher rühren, dass sie von verschiedenen Herstellern (CAS und CAST) geliefert werden.

Phase 1 des Beidou-Systems hatte experimentellen Charakter. In der Phase 2 stellte Beidou bereits einen regionalen (chinesischen) Service zur Verfügung. Phase 3 hat nun zur Aufgabe, ein vollständiges, weltumspannendes Netz zu implementieren. Es wird gegen Ende 2019 insgesamt 27 Satelliten auf mittelhohen Bahnen umfassen, fünf Einheiten auf fixen geostationären Bahnen und drei Einheiten auf inklinierten geostationären Bahnen.

Der Start des dreistufigen Trägers erfolgte um 0:18 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Rampe LC2 auf dem zentralchinesischen Weltraumbahnhof Xichang. Der Einschuss in die Zielbahn erfolgte direkt mit Hilfe der Y1 (Yuanzheng, das bedeutet “Expedition”) Orbitalstufe des Trägers. Jedes der beiden Raumfahrzeuge weist ein Startgewicht von 1.014 Kilogramm auf. Sie werden auf einer Bahn mit einer Inklination von 55 Grad in einer Flughöhe von 21.400 Kilometern stationiert.

Bild: Trägerrakete vor dem Start; Credit: ChinaNews