Das hat es seit den Zeiten des Shuttles nicht mehr gegeben: Eine "flugerprobte"  Falcon 9 brachte am 14. Dezember eine Nutzlast in den Orbit, die ihrerseits bereits einen Weltraumeinsatz hinter sich gebracht hatte. Der Begriff "flugerprobt" stammt von SpaceX und bezeichnet Erststufen der Falcon 9, die bereits eine Mission absolviert haben. Bei der ISS-Nachschubmission CRS-13 brachte die selbe Falcon 9-Erststufe, mit der im  Juni bereits den Flug CRS-11 auf den Weg gebracht worden war, nun eine Raumkapsel in den Orbit, die bereits im April 2015 eine Nachschubmission (CRS-6) durchgeführt hatte, und damals 37 Tage im Orbit verbracht hatte. Lediglich der "Trunk", die zylindrische Verlängerung der Kapsel und der Hitzeschild sind neu.

Der Dragon bringt 2.205 Kilogramm an Nachschubgütern, Ausrüstung und Experimenten zur Internationalen Raumstation. 1.560 Kilogramm befinden sich im druckbelüfteten Inneren der Kapsel, 645 Kilogramm werden in Form zweier Experimente im Trunk mitgeführt. Eines davon ist der so genannte "Space Debris Sensor" (SDS). Mit ihm soll untersucht werden, welchen Partikeleinschlägen, herab bis zu einer Größe von nur 50 Mikron, die ISS ausgesetzt ist. Das andere Experiment, mit der Bezeichnung "Total Solar Irradiance" oder kurz TSI misst den Energieeintrag den die Sonne liefert unter Berücksichtigung der speziellen Wellenlängen, über der diese Energien transportiert wird.

Mit einer Zeitspanne von 46 Tagen seit dem letzten Start (Koreasat 5A am 30. Oktober) war dies der längste Zeitabstand zwischen zwei SpaceX-Missionen in diesem Jahr, ein Beleg für die hohe Startkadenz, die das Unternehmen in diesem Jahr durchhält. Es hat heuer auch schon drei Starts in nur einer einzigen Woche gegeben.

Die Mission wurde vom völlig neu aufgebauten und - gegenüber dem vorherigen Status - erheblich verbesserten Startkomplex 40 durchgeführt. Es war der erste Start von dieser Anlage, seit dort im September 2016 bei Tests drei Tage vor dem Start eine Falcon 9 explodierte und die Anlage fast vollständig zerstörte. Dies nahm SpaceX zum Anlass, umfangreiche Verbesserungen beim Neubau zu implementieren. Alle Missionen von der US-Ostküste begannen seither an der Anlage 39A, dem historischen Komplex, von dem aus die meisten der Apollo-Mondflüge starteten, aber auch die meisten Shuttle-Missionen ihren Anfang nahmen.

Die Mission begann um 16:36 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zwei Minuten und 25 Sekunden nach dem Liftoff erfolgte die Stufentrennung, acht Sekunden danach die Zündung der zweiten Stufe, mit welcher der Dragon in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde. Die erste Stufe führten in den folgenden Minuten insgesamt drei weitere Brennmanöver durch, mit denen sie sich wieder zurück nach Cape Canaveral steuerte. Die Landung in der so genannten "Landing Zone 1" erfolgte sieben Minuten und 46 Sekunden nach dem Liftoff. Der Brennschluss der zweiten Stufe erfolgte ziemlich genau neun Minuten nach dem Verlassen der Startrampe, und eine weitere Minute später wurde der Dragon freigegeben.

Bild: Missions-Patch des Fluges CRS-13; Credit: SpaceX