Nur vier Tage nach dem Fehlstart einer Sojus 2.1b "Fregat" vom ostrussischen Weltraumbahnhof Wostotschny aus, bei dem insgesamt 18 Satelliten verloren gingen, brachten die russischen Streitkräfte am 2. Dezember erneut eine Trägerrakete dieses Typs an den Start. Dieses Mal jedoch in der dreistufigen Basisversion des Trägers, ohne die "Fregat"-Orbitaleinheit. Die Startmission begann am Weltraumbahnhof in Plesetzk, der meist für militärische Missionen eingesetzt wird, und verlief vollständig erfolgreich.

Der Einsatz begann um 11:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 43/4 des nordrussischen Startzentrums. Knapp neun Minuten später setzte die dritte Stufe des Trägers den Satelliten auf einer Bahn mit einem Perigäum von 239 Kilometern und einem Apogäum von 900 Kilometern, bei einer Bahnneigung zum Äquator von 67,14 Grad ab. Nach dem erfolgreichen Start erhielt das Raumfahrzeug die militärische Bezeichnung "Kosmos 2524"

Die Nutzlast an Bord des Trägers bestand aus ELINT-Satelliten (ELINT=Electronic Signal Intelligence) der Lotos-S-Reihe. Die Lotos-Satelliten sind die Nachfolger der Tselina-Satelliten die von der Sowjetunion und Russland in den Jahren 1967-2007 gestartet wurden.

Der neue Funkaufklärer ist die dritte Einheit der neuen Reihe. Ein Prototyp wurde unter der im November 2009 gestartet, eine erste Serieneinheit im Dezember 2014.

Die Satelliten werden von TsSKB Progress gebaut. Sie basieren auf der bewährten Yantar-Plattform und wiegen beim Start etwa 6.500 Kilogramm.

Bild: Grafische Darstellung Lotos-S; Credit: Gunters Space Page