Eine europäische Trägerrakete des Typs Vega brachte am 8. November den marokkanischen Erdbeobachtungssatelliten Mohammed VI-A auf eine sonnensynchrone polare Erdumlaufbahn. Die Startmission begann um 2:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana. Es war der 11. Einsatz dieses Trägers überhaupt, die achte Mission, bei der die Vega einen Erdbeobachtungssatelliten in den Orbit brachte, und der zehnte Flug von Kourou aus in diesem Jahr, wenn man die Einsätze der Ariane 5 und der Sojus ST-Trägerraketen mitrechnet.

55 Minuten und 33 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe gab die Avum-Viertstufe den Satelliten frei. Die Orbitparameter weisen ein Perigäum von 620 Kilometern, ein Apogäum von 622 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 98 Grad auf. 107 Minuten nach dem Liftoff führte die Stufe ein De-orbiting-Manöver durch, brachte sich damit wieder selbst aus der Umlaufbahn, und verglühte über dem Südpazifik in der Erdatmosphäre.

Hergestellt wurde der Satellit gemeinsam von Thales Alenia Space und Airbus. Das Raumfahrzeug wies ein Startgewicht von 1.110 Kilogramm auf. Seine Einsatzaufgaben sind Landentwicklung, Küstenüberwachung, Monitoring von Naturkatastrophen und die Ernteüberwachung. Das Raumfahrzeug basiert auf der Astrosat-100 Plattform von Airbus. Auf Basis dieses  Bus-Systems wurden auch die beiden Pleiades-Aufklärungssatelliten der französischen Streitkräfte und die beiden Falcon Eye-Satelliten für die Vereinigten Arabischen Emirate gebaut. Diese Satelliten haben ein Auflösungsvermögen von etwa 70 Zentimetern pro Bildpunkt.

Bild: Vega vor dem Start; Credit: Arianespace