Am 6. September brachte erstmals eine Falcon 9 den unbemannten X-37B Mini-Shuttle in eine Erdumlaufbahn. Es war dies der fünfte Einsatz für dieses wiederverwendbare Raumfahrzeug, von dem die US-Luftwaffe zwei Stück besitzt. Die früheren Flüge gingen alle mit Trägerraketen des Typs Atlas 5 der United Launch Alliance auf die Reise. Der Start verlief erfolgreich. Die erste Stufe der Falcon 9 landete acht Minuten und 14 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe, und nachdem sie die zweite Stufe mit dem Raumfahrzeug erfolgreich in einer Höhe von 65 Kilometern und bei einer Geschwindigkeit von 6.500 Kilometern pro Stunde, abgesetzt hatte in der Landing Zone 1. Dieses Arial, auf dem die zurückkehrenden Erststufen der Falcon 9-Trägerraketen landen, befindet sich auf dem ehemaligen Atlas-Startkomplex Nr. 13 in Cape Canaveral.

Der Flug begann auf die Sekunde pünktlich in der ersten Sekunde des Startfensters, um 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (10:00 Uhr US-Ostenküstenzeit) an der historischen Startrampe 39A des Kennedy Space Centers. Für die Mission wurde der "Core 40" eingesetzt, also die Zentral- oder Erststufe Nummer 40. Für sie ist die Mission der erste Flug. Der Einsatz war gleichzeitig der 13. Flug einer Falcon 9 in diesem Jahr.

Die X-37B Raumfahrzeuge wurden von Boeing in Zusammenarbeit mit der Advanced Research Projects Agency (DARPA) entwickelt und gebaut. Die Einsätze dieses wiederverwendbaren Raumfahrzeugs sind von ausgesprochen langer Dauer. Die letzte Mission eines solchen Vehikels dauerte nicht weniger als 718 Tage. Die erste Mission begann im April 2010 und lief seinerzeit über 220 Tage.

Im Orbit entfaltet der kleine Raumgleiter einen Solar-Generator, der mit Gallium-Arsenidzellen belegt ist. Das Raumfahrzeug ist knapp neun Meter lang, verfügt über eine Flügelspannweite von 4,5 Metern und ist 2,9 Meter hoch. Die Startmasse ist unbekannt, dürfte aber bei etwa 5.400 Kilogramm liegen. Die US-Luftwaffe bestätigte, dass sich neben der X-37B noch eine Reihe von Kleinsatelliten an Bord der Falcon 9 befanden. Es wurde aber nicht mitgeteilt, ob diese Satelliten von der Trägerrakete abgesetzt wurden, oder ob sie im Verlauf der Mission von der X-37B abgesetzt werden sollen.

Auch über die Bahndaten ist nicht sehr viel bekannt. Die Startinklination betrug 43 Grad. Der Luftraum, der für den Wiedereintritt der zweiten Stufe reserviert wurde, deutet aber auf eine höhere Inklination hin. Der Wiedereintritt wurde offensichtlich nach zweieinhalb Orbits über Südaustralien eingeleitet, auf einer Position, die oberhalb einer Bahnneigung von 43 Grad liegt. Das würde voraussetzen, dass diese zweite Stufe nach der Trennung von der Basisstufe ein "dogleg"-Manöver durchgeführt hat, um die Bahnneigung zum Äquator zu erhöhen. Möglicherweise sind aber auch nur die Kleinsatelliten auf einem höher inklinierten Orbit abgesetzt worden und die X-37B verblieb auf 43 Grad. Genauere Erkenntnisse werden in den nächsten Wochen von „Spottern“ erwartet.

Bild: Missionspatch des OTV-5 Einsatzes der Falcon 9; Credit: SpaceX