Eine europäische Trägerrakete des Typs Vega brachte in den frühen Morgenstunden des 2. August die beiden Erdbeobachtungssatelliten VENµS und OPTSAT 3000 in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Arianespace bezeichnet die Mission als VV10, was für "Vol Vega Nummer 10" steht, also den 10. Einsatz einer Rakete dieses Typs. Zum Startzeitpunkt war es in Mitteleuropa 3:58 Uhr. In Französisch Guyana, wo sich nahe der Stadt Kourou das europäische Raumfahrtstartzentrum befindet, war es dagegen erst 22:58 Uhr am 1. August. Es war das siebte Mal, dass eine Vega Erdbeobachtungssatelliten in den Orbit brachte. Das vierstufige Startfahrzeug ist Europas Trägerrakete für kleinere Nutzlasten.

Die Startkonfiguration der Vega erinnerte diesmal an ihre größere Schwester, die Ariane 5. Hier wie da waren die beiden Nutzlasten übereinander in der Fairing angeordnet, und die untere der beiden war in einen Doppelstartadapter eingeschlossen. Der hieß in diesem Fall nicht "Sylda", wie bei der Ariane 5, sondern "Vespa".

Als erster Satellit wurde, 42 Minuten und 49 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe, der 368 Kilogramm schwere OPTSAT-3000 auf einer Kreisbahn in 450 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von 97 Grad zum Äquator freigegeben.  Das Raumfahrzeug ist ein militärischer Erdbeobachtungssatellit der von der Israel Aerospace Industries (IAI) für das italienische Verteidigungsministerium gebaut wurde. Als Hauptauftragnehmer fungierte dabei Telespazio.

Die untere Position, und beim Start eingeschlossen im Vespa-Adapter, nahm VENµS ein. Das Akronym steht für "Vegetation and Environment Monitoring on a New Micro Satellite". Es handelt sich dabei um einen kombinierten Technologie- und Erdbeobachtungssatelliten für ein Gemeinschaftsvorhaben zwischen der israelischen Raumfahrtagentur (ISA), dem israelischen Forschungs- und Technologieministerium und der französischen Weltraumbehörde CNES. Auch dieser 264 Kilogramm schwere Satellit wurde von IAI hergestellt. VENµS wurde eine Stunde, 37 Minuten und 17 Sekunden nach Beginn der Startmission auf einer Kreisbahn in 720 Kilometern Höhe, bei einer Bahnneigung zum Äquator von 98 Grad, freigegeben.

Der technologische Zweck von VENµS ist die Flugerprobung eines neuen elektrischen Antriebssystems, das auf dem Hall-Effekt basiert. Der wissenschaftliche Zweck der VENµS-Mission ist die Untersuchung der Veränderung der Erdvegetation während der Betriebsdauer des Satelliten (die mindestens viereinhalb Jahre betragen soll). VENµS ist dafür mit einer Multispektralkamera ausgerüstet, die in 12 Wellenbereichen gleichzeitig arbeitet.

Bild: VENµS (bereits im Adapter) und OPTSAT-3000 werden für den Start vorbereitet. Credit: Arianespace