Eine Sojus 2.1a "Fregat" brachte am 14. Juli insgesamt 73 Satelliten in einen sonnensynchronen Orbit. Es ist dies die größte Zahl, die je eine russische Trägerrakete bei einem einzelnen Start in den Weltraum transportierte. Bei diesen Nutzlasten handelt es sich um fünf Mikrosatelliten der Gewichtsklasse zwischen 17 und 120 Kilogramm und 67 Cubesats aus Deutschland, Japan, Russland, Norwegen, Kanada und den USA. Die Hauptnutzlast  bei dieser Mission war aber der russische Erdbeobachtungssatellit Kanopus-V-IK.

Die Mission begann an der Rampe 6 der Startanlage 31 des Weltraumbahnhofs Baikonur. Das ist eine der beiden heute noch aktiven Sojus-Startanlagen auf diesem Gelände (von ehemals vier). Die Startmission dauerte wegen der unterschiedlichen Bahnen, auf denen all diese Satelliten abgesetzt werden mussten, ungewöhnlich lange.

Kanopus-V-IK  wog beim Start 473 Kilogramm. Gebaut wurde er von NPO VNII Elektromehaniki. Die Nutzlast stammt von SSTL. Die besondere Aufgabe des Satelliten wird das Aufspüren von Waldbränden im den weiten Gebieten Russlands sein.

Von den fünf Mikrosatelliten ist der 120 Kilogramm schwere "Flying Laptop" die schwerste Einheit. Es handelt sich dabei um eine Technologie-Demonstrationsmission für Erdbeobachtung und Schiffs-Tracking. Die anderen vier Einheiten sind der 43 Kilogramm schwere WNISAT-1R, ein Erdbeobachtungssatellit der die Beobachtung der Wetterbedingungen auf den Meeren für den Schiffsverkehr zur Aufgabe hat und von der Weather News Inc. betrieben wird, der 18 Kilogramm schwere TechnoSat der Universität Berlin, ein Technologiedemonstrator und die 30 Kilogramm und 17 Kilogramm schweren NORSat-1 und NORSAT-2 aus Norwegen, mit denen Schiffsidentifikation betrieben werden soll.

Die 67 Cubesats teilen sich auf sieben 6-Unit-Cubesats, 59 3-Unit-Cubsats (darunter 48 Flock-2k Dove Sats der Firma Planetlabs) und einen 1-Unit Cubesat auf. Zusammen brachten diese Kleinstsatelliten 364 Kilogramm auf die Waage.

Die 6-Unit-Cubesats sind CICERO-1, 2 und 3 der Firma Tyvak, Corvus-BC 1 und 2 für die Landmapper-Konstellation von AstroDigital und MKA-N1 und N2, die von  der russischen Firma Dauria Aerospace stammen und von Roskosmos betrieben werden sollen.

Bei den 3-Unit-Cubesats handelt es sich um die erwähnten 48 DoveSats, um Mayak, einen Satellit dessen Hauptzweck es sein soll, möglichst hell am Nachthimmel zu blinken, und der über Crowdfunding finanziert wurde (speziell die Astronomen sind von dieser Licht-Störquelle alles andere als begeistert), NanoAce, ein Technologiedemonstrator von Tyvak, acht Lemur-2 CubeSats von Spire Global (damit sind jetzt insgesamt 48 dieser Einheiten in den Orbit gebracht worden), und schließlich um Iskra-MAI-85 vom Moskauer Institut für Luftfahrt. Bei dem einzelnen 1-Unit-Cubesat handelt es sich um Ecuador-UTE-YuZGU, der zusammen von der Technischen Universität Ecuador und der russischen Southwestern State University gebaut wurde.

Die Mission begann um 8:36:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Fregat-Oberstufe erreichte mit der Nutzlast 15 Minuten und 49 Sekunden später einen ersten Übergangsorbit, eine elliptische Umlaufbahn mit einem Perigäum von etwa 170 Kilometern und einem Apogäum von etwa 500 Kilometern. 58:12 Minuten nach dem Start erfolgte das Apogäumsbrennmanöver  und 1:01:18 Stunden nach dem Liftoff wurde Kanopus-V-IK auf einer Bahn mit einem Perigäum von 479 Kilometern, einem Apogäum von 523 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,44 Grad abgesetzt.

In den darauf folgenden 90 Minuten fanden zwei weitere Brennmanöver der Fregat statt, um die nächste Absetzposition zu erreichen. Zwei Stunden und 25 Minuten nach dem Liftoff wurden dann die fünf Mikro-Satelliten freigesetzt, weitere 11 Minuten später 19 Cubesats. Alle in einer Höhe von etwa 600 Kilometern bei einer Bahnneigung von 97,62 Grad. Dann folgten bei 3:15 und 3:57 zwei weitere Brennmanöver der Fregat. Sieben Stunden und 41 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurden die Flock-2k Satelliten ausgesetzt (auf einer Bahn mit einem Perigäum von 450 Kilometern, einem Apogäum von 485 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,0 Grad), und acht Stunden und 42 Minuten nach dem Start in Baikonur unternahm die Fregat ein Wiedereintritts-Brennmanöver, beförderte sich somit selbst aus der Umlaufbahn und verglühte 45 Minuten später über dem Indischen Ozean.

Bild: Start der Sojus 2.1a von Baikonur; Credit: Roskosmos