Arianespace führte am 28. Juni den vierten Einsatz einer Ariane 5 ECA in diesem Jahr durch. Bei dieser Mission wurden Inmarsat-S EAN/HellasSat 3 für Inmarsat und HellasSat und GSAT-17 für die indische ISRO in eine geostationäre Transferbahn gebracht. Die Mission, sie trug die Bezeichnung VA 238, begann um 23:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit und verlief vollständig erfolgreich.

Nach ziemlich genau 39 Minuten war der Einsatz für den Träger beendet und die eigenständige Mission der beiden Kommunikationssatelliten begann. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Raumfahrzeuge auf einer geostationären Transferbahn mit einem Perigäum von 250 Kilometern, einem Apogäum von 35.800 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 2,95 Grad.

Inmarsat-S EAN/HellasSat 3 (EAN steht dabei für European Aviation Network) wurde von Thales Alenia für Inmarsat und Hellas Sat produziert. Die beiden Unternehmen teilen sich die Nutzlast auf der Spacebus 4000C4-Plattform. Das Raumfahrzeug wog beim Start 5.780 Kilogramm. Die Plattform stellt der Nutzlast eine Leistung von 12,7 Kilowatt zur Verfügung. Der Satellit sollte eigentlich auf einer Proton M Briz M gestartet werden, aber dieser Träger hatte wegen Qualitätsmängel beim Hersteller Chrunitschew eine fast einjährige Revisionsphase zu absolvieren und stand daher nicht zur Verfügung. So wechselte Inmarsat zu Arianespace.

Inmarsat-S EAN/HellasSat 3 ist mit 47 Ku-Band Transpondern und einem Ka-Band Transponder für Hellas-Sat ausgerüstet, und mit S-Band und Ka-Band Transpondern für Inmarsat. Inmarsat verwendet den Satelliten um dem europäischen Flugverkehr Breitband-WiFi Verbindungen zur Verfügung zu stellen. Hellas-Sat setzt den Satelliten für „normale“ Kommunikationsdienste in Europa, dem Mittleren Osten und dem südlichen Afrika ein. Es wird auf 39 Grad östlicher Länge stationiert werden. Das Raumfahrzeug hatte im Start-Stack der Ariane 5 ECA die obere Position eingenommen und wurde nach dem erfolgreichen Bahneinschuss als erste Nutzlast freigegeben.

GSAT-17 ist die inzwischen 17. Einheit von Kommunikations- und Mehrzwecksatelliten der indischen Raumfahrtagentur ISRO und der 21. Satellit, den Arianespace für Indien in den Orbit brachte. Der Satellit ist mit 38 S-Band und vier S/C und C/S Transpondern für Mobilfunk ausgerüstet. Er wurde auf der Basis der ISRO Standardplattform I-3K gebaut. Seine Startmasse betrug 3.477 Kilogramm. Er nahm die untere Position des Satellitenstacks ein, und war daher beim Start in der Sylda-Doppelstartstruktur eingeschlossen. GSAT-17 wird auf 93,5 Grad östlicher Länge über dem Äquator stationiert werden.

Bild: Missionsposter des Fluges VA 238; Credit: Arianespace