Nur zwei Tage nach dem Start einer Falcon 9-Rakete in Florida sandte SpaceX am 25. Juni von der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg aus eine weitere Rakete dieses Typs in die Erdumlaufbahn. Dieses Mal waren 10 Satelliten der Iridium NEXT-Bauserie an Bord. SpaceX hat den Auftrag, praktisch die gesamte Konstellation für Iridium zu starten. Das Unternehmen wird dabei insgesamt acht Starts durchführen. Siebenmal werden 10 der jeweils 860 Kilogramm schweren Satelliten transportiert, bei der achten Mission sind es nur fünf. Der Flug an diesem 25. Juni war der zweite SpaceX-Einsatz für Iridium.

Die Mission begann um 13:25 Uhr Ortszeit (entsprechend 22:25 Uhr mitteleuropäischer Zeit) an der Startanlage 4E im ortstypischen dichten Nebel der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien und dauerte gut 73 Minuten. 57 Minuten und 10 Sekunden nach dem Liftoff hatte die zweite Stufe mit den 10 Satelliten die berechnete Absetzposition in einer Höhe von 625 Kilometern westlich von Madagaskar erreicht. Danach gab sie die Satelliten in Abständen von jeweils 100 Sekunden frei. Von dieser Höhe aus werden sich die Einheiten mit ihren Bordtriebwerken auf ihren Arbeitsorbit begeben, der noch einmal gut 150 Kilometer höher liegt.

Das Unternehmen hat insgesamt 81 Iridium NEXT-Raumfahrzeuge bei Thales Alenia und Orbital ATK geordert. Diese beiden Unternehmen stellen die Raumfahrzeuge gemeinsam her. Die Einsatzkonstellation wird 66 Satelliten in sechs Bahnebenen zu jeweils 11 Satelliten umfassen. Neun weitere Raumfahrzeuge dienen als "In-orbit-spares". Sechs Satelliten bleiben als Ersatzeinheiten zunächst auf dem Boden.

Die Orbitaleinheiten werden ihren Dienst in einer Höhe von 778 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 86,4 Grad verrichten. Die Iridium-Satelliten sind mit L-Band und Ka-Band Transpondern ausgerüstet, mit denen Daten von und zu den Raumfahrzeugen gesendet werden können. Die Satelliten selbst versenden die Daten dann untereinander, um optimiert den jeweiligen Empfänger der Nachricht zu erreichen. Mit dem Iridium-Netz ist eine unbeschränkte weltweite Abdeckung möglich. Theoretisch kann somit ein Mensch auf dem Nordpol mit einem anderen auf dem Südpol telefonieren.

Genauso wie 49 Stunden und 15 Minuten zuvor gelang auch dieses Mal eine angetriebene Landung auf einem unbemannten Bergungsschiff. Dieses so genannte "Drone Ship" war diesmal einige hundert Kilometer vor der kalifornischen Küste im Pazifik stationiert. Wegen des schlechten Wetters Im Zielgebiet stellt dieses Mal die Landung stellte eine besondere Herausforderung dar. Insgesamt war es der neunte Start von SpaceX in diesem Jahr und der dritte im Monat Juni.

Es hat in der Geschichte der US-Raumfahrt nur sehr wenige Beispiele ähnlich schneller "Turn-arounds" von Raketen desselben Herstellers gegeben. Ein vergleichbarer Fall ereignete sich zuletzt im März 1995, als zwei Atlas Raketen zwei separate Missionen von Florida und von Vandenberg aus flogen, die ebenfalls nur gut zwei Tage voneinander getrennt waren. Für eine Rakete derselben Konfiguration ist es sogar der schnellste Turnaround seit Dezember 1966, als zwei Atlas SLV-3 Raketen innerhalb von 41 Stunden von Vandenberg und Cape Canaveral aus ihre Missionen begannen. Interessanterweise startete damals die Vandenberg-Atlas vom selben Startplatz aus, wie die Falcon 9.

Nicht nur der Start selbst verlief planmäßig, auch bereits im Vorfeld hatte es kaum Verzögerungen oder technische Probleme gegeben. Dazu passte dann auch, dass die Mission im ersten Startversuch klappte, obwohl das Startfenster nur eine Sekunde lang war. Knapp neun Minuten nach dem Start war ein Übergangsorbit mit einem Perigäum von 225 Kilometern, einem Apogäum von 625 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 86,66 Grad erreicht.

Bild: Missionslogo von SpaceX; Credit: SpaceX