Für einen Zeitraum von 10 Tagen sind jetzt nur noch drei Besatzungsmitglieder an Bord der Internationalen Raumstation, nachdem der US-Astronaut Shane Kimbrough und die beiden russischen Kosmonauten Sergei Ryschikow and Andrei Borissenko am 10. April wieder zur Erde zurückkehrten. Die Landekapsel ihres Sojus MS-02 Raumschiffs ging um 13:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit (17:20 Uhr Ortszeit) in der kasachischen Steppe nieder. An Bord verbleiben jetzt die derzeitige Kommandantin der Station, die Amerikanerin Peggy Whitson, sowie Thomas Pesquet von der ESA und Oleg Novitzki von Roskosmos.

Die Crew von Sojus TM-02 hatte fast sechs Monate im Orbit verbracht. Kimbrough hat damit seine Gesamt-Raumflugbilanz aus zwei Einsätzen (davon einen mit dem Shuttle) auf 189 Tage erhöht. Borissenko hat bei seinen beiden ISS-Aufenthalten insgesamt 337 Tage im Weltraum zugebracht, und Ryschikow, für den es der erste Raumflug war, hat nun die 173 Tage aus der aktuellen Mission auf seinem Konto.

Die Landung der Sojus war diesmal ungewöhnlich präzise. Der Hauptfallschirm der Kapsel öffnete sich fast genau über der wartenden Bergungsmannschaft und ermöglichte den Fernsehkameras einen interessanten Beobachtungswinkel. Üblich und im normalen Rahmen sind Abweichung von etwa 15-20 Kilometer vom vorgesehenen Zielort. Wegen der Nähe zum Landeort konnten dieses Mal alle Vorgänge des Abstiegs genau beobachtet werden: vom Ablassen der nicht mehr benöitigten Treibstoffe bereits in großer Höhe, über den Abwurf des Hitzeschildes bis hin zum Aufsetzen. Dabei löste sich der Fallschirm nicht sofort. Die Kapsel wurde einige Meter über den Boden gezogen und überschlug sich sogar, bis sie schließlich auf der Seite liegend zum Stillstand kam. Die Raumfahrer an Bord überstanden die rauhe Landung aber unbeschadet.

Bild: Die Crew von Sojus MS-02 wenige Minuten nach der Landung. Von links nach rechts: Kimbrough, Ryschikow und Borissenko.