Eine Trägerrakete der United Launch Alliance (ULA) brachte in den frühen Morgenstunden des 19. März einen Kommunikationssatelliten des „Wideband Global Satcom“-Systems der US-Luftwaffe auf einen geosynchronen Transferorbit.  Die neue Einheit verstärkt die Konstellation, für die zwischen 2007 und 2016 bislang acht Satelliten in den Orbit gebracht wurden. Die Mission begann am Startkomplex 37 der Luftwaffenbasis Cape Canaveral. Als Trägerrakete wurde eine Delta 4 Medium+ (5,4) eingesetzt, die schwerste Rakete der Delta 4-Medium-Klasse.

Der Start der 66 Meter hohen Rakete erfolgte, nach einer Verschiebung um wenige Minuten wegen eines technischen Problems an der Startanlage, um 2:18 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 20:18 US-Ostküstenzeit. 42 Minuten nach dem Verlassen der Startanlage und nach zwei Brennmanövern der Centaur-Oberstufe, wurde WGS-9 auf einem supersynchronen Orbit mit einem Perigäum von 435 Kilometern, einem Apogäum von 44.500 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 27 Grad freigegeben. 72 Minuten nach dem Liftoff führte die Centaur ein weiteres Brennmanöver durch, mit der sie sich selbst auf eine Bahn mit einem Perigäum von weniger als 100 Kilometern brachte. Damit wird sie nach einem Orbit wieder in der Erdatmosphäre verglühen.

Die WGS-Satelliten stellen das wesentlich leistungsfähigere Nachfolgesystem des DCSC-Systems (Defence Satellite Communications System) dar. Es wurde auf Basis der Satellitenplattform 702 von Boeing von Boeing konstruiert und gebaut. Einer der bisherigen acht Satelliten wurde von den australischen Streitkräften bezahlt. Im Gegenzug erhielt Australien dafür die Nutzungsrechte an der gesamten Konstellation. Die jetzt gestartete Einheit Nummer neun wurde gemeinsam von Kanada, Dänemark, den Niederlanden, Luxemburg und Neuseeland finanziert, ebenfalls für die Zugangsrechte zum Service. Der Preis eines WGS-Raumfahrzeugs beträgt 424 Millionen Dollar.

WGS-9 hat insgesamt 19 X-Band und Ka-Band Empfangs- und Sende-Transponder mit unabhängig steuerbaren Antennenanlagen an Bord. Die „Downlink-Rate“ beträgt bis zu 11 Gigabit pro Sekunde. Das Startgewicht des Satelliten betrug etwa sechs Tonnen. Die ersten zwei WGS-Satelliten wurden mit Atlas 5 der Version 421 gestartet, alle weiteren seitdem mit der Delta 4 Medium+ (5,4). In dieser Version wird eine Nutzlastverkleidung von fünf Metern verwendet und die Anfangsphase des Starts wird von vier GEM-60 Feststoffboostern unterstützt. Insgesamt wurden bislang 35 Delta 4 aller Varianten gestartet.

Bild: Startplakat der ULA für WGS-9; Credit: ULA