Der rapide Hochlauf der chinesischen Raumfahrtaktivitäten führte in den frühen Morgenstunden des 3. März erneut zum Erstflug einer Trägerrakete. Es handelt sich dabei um die Kaituozhe-2 oder kurz KT-2, die einen experimentellen Satelliten in die Umlaufbahn transportierte. Der Start erfolgte vom Satellitenstartzentrum Jiuquan. Die Mission war offensichtlich erfolgreich. Damit hat China alleine in den letzten zweieinhalb Jahren sechs neue Typen von Satellitenträgern eingeführt, davon drei in der Klasse der "Small-Launcher".

Der Start der KT-2 erfolgte um 0:53 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das Raumfahrzeug an Bord des Trägers wurde als Tiankong-1 bezeichnet. Dabei soll es sich um einen Technologie-Satelliten handeln, der von CASIC (China Aerospace Science and Industry Corporation) gebaut worden ist. Weitere Informationen dazu gibt es noch nicht. Der erzielte Orbit weist nach Daten der US-Weltraumüberwachung ein Perigäum von 374 Kilometern, ein Apogäum von 404 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 96,9 Grad auf.

Die dreistufige KT-2 dürfte auf der chinesischen Interkontinentalrakete DF-31 basieren und ist in der Lage, eine Nutzlast von 250 Kilogramm auf einen sonnensynchronen Orbit in 700 Kilometern Höhe zu bringen, oder eine Nutzlast von etwa 350 Kilogramm auf einen niedrigen Standard-Erdorbit mit östlicher Startausrichtung.

Der kleinste der drei neuen Feststoffträger, die KZ-1A ist geringfügig weniger leistungsfähig als die KT-2. Sie kann etwa 300 Kilogramm Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn transportieren oder etwa 200 Kilogramm auf einen sonnensynchronen Orbit. Die größte der drei chinesischen Kleinträger ist die Langer Marsch 11, die eine Nutzlastkapazität für den niedrigen Erdorbit von etwa 700 Kilogramm aufweist.

Bild: Start KT-2; Credit: CASIC