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Start CuriosityCuriosity, der neueste Mars-Rover der NASA, wurde am 26. November um 16:02 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Spitze einer Atlas 5-Trägerrakete erfolgreich auf seine Transferbahn zum Roten Planeten gebracht.  Die Mission nahm am Startkomplex 41 der Cap Canaveral Luftwaffenbasis ihren Anfang. Curiosity soll sein Ziel am 5. August 2012 erreichen, und dann in einem hochriskanten Abstiegsverfahren auf der Oberfläche des Mars landen. Die mehr als 2,5 Milliarden Dollar teure Míssion begann ihre achteinhalb Monate dauernde Reise genau nach Plan. Pünktlich auf die Sekunde hob der Träger mit seiner wertvollen Fracht ab. Als Träger wurde eine Atlas 5 in der Konfiguration 541 eingesetzt, also mit einer fünf Meter durchmessender Nutzlastverkleidung (nahezu dieselbe, die auch die Ariane 5 verwendet), vier Feststoffboostern und einer Centaur-Oberstufe mit einem einzelnen RL-10 Triebwerk. In dieser Vier-Booster-Konfiguration startete die Atlas 5 übrigens zum ersten Mal.

Die Startmasse des Trägers inklusive der etwa 3.800 Kilogramm schweren Nutzlast betrug 531 Tonnen. Der Rover selbst wiegt dabei nur 900 Kilogramm. Antriebsstufe, Eintritts- und Landesystem bringen die restlichen 2.900 Kilogramm auf die Waage.


Der Start verlief wie im oft zitierten "Bilderbuch". Eine Minute und 52 Sekunden nach dem Start wurden die ausgebrannten Feststoffbooster abgeworfen, dre Minuten und 25 Sekunden nach dem Start folgte die Nutzlastverkleidung und nach gut vier Minuten die erste Stufe. Das zweite Antriebsaggregat zündete nach vier Minuten und 38 Sekunden und beschleunigte das Gespann aus Oberstufe und Nutzlast weiter, bis schließlich elf Minuten und 30 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe ein Übergangsorbit zwischen 165 und 324 Kilometern Höhe erreicht war.

Die Landung soll am 5. August 2012 im etwa 160 Kilometer durchmessenden Krater Gale erfolgen. Der exakte Landepunkt innerhalb dieser geologischen Formation liegt bei 4,5 Grad südlicher Breite und 137,4 Grad östlicher Länge.  

Im Jahre 2004 gelang hier aus der Marsumlaufbahn heraus der Nachweis von Tonmineralen, die auf der Erde nur unter Mitwirkung von Wasser entstehen können. Das macht diese Landestelle besonders interessant. Zudem befindet sich der Kratergrund deutlich unter der Nullhöhe des Mars und ist damit einst  mit hoher Wahrscheinlichkeit Ziel abfließenden Wassers gewesen. Man erwartet hier zudem verschiedene interessante Gesteinsarten in mehreren Schichten übereinanderliegend und geht davon aus, dass in wärmerer und feuchterer Frühzeit für längere Zeit Wasser an der Oberfläche hat existieren können.

Nun folgte für einen Zeitraum von 21 Minuten eine Phase freier Drift, in der sich die Orbitaleinheit dem Einschussfenster für die Marsbahn näherte. Dann zündete die Centaur-Oberstufe erneut, dieses Mal für acht Minuten und 30 Sekunden und beschleunigte sich selbst und ihre wertvolle Nutzlast auf Erdfluchtgeschwindigkeit.

Nach dem zweiten Brennschluss wurde die Oberstufe inklusive der Raumsonde in eine stabilisierende Rotation um die Längsachse versetzt. Danach wurde Curiosity abgetrennt. Der Vorgang konnte über eine Kamera an der Spitze der Centaur live mitverfolgt werden.

Das Raumfahrzeug meldete sich unmittelbar nach der Trennung bei der Bodenstation. Alle Funktionen an Bord sind normal. Der Mars-Lander ist somit auf dem Weg, dennoch sind noch bei weitem nicht alle vorbereitenden Arbeiten für die Landung erledigt, denn erst in den nächsten Monaten wird Curiosity seine Betriebssoftware für Abstieg, Landung und die Forschungsarbeiten auf dem Mars erhalten. Die wird dem Raumfahrzeug per Funk übermittelt. Derzeit arbeiten die Software-Ingenieure noch daran.