Universum

Sigmund Jähn zum 75. Geburtstag

Daumen hoch!
Gastbeitrag von Andreas Weise

Sigmund JähnEs gibt Menschen, die sind einem sofort sympatisch, ohne dass man Sie je gesprochen oder sonstwie kennen gelernt hat. Es ist eine Geste oder ein Blick, der das bewirken kann.

Im August 1978 habe ich, wie viele andere auch, gebannt vor dem Fernseher gesessen und die dort laufenden Ereignisse bestaunt. Sigmund Jähn startete zusammen mit seinem Kommandanten Waleri Bykowski zur Raumstation Salut-6. Die Extrabetonung der Propaganda-Medien, dass es sich um den "Ersten Deutschen im All" handelte, war für mich damals unbedeutend und rauschte an mir völlig vorbei.

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Der Kern rotiert schneller als der Stern

Durchmesservergleich und Rotationsrate eines Roten Riesen mit der SonneEinem internationalen Team von Astronomen unter der Leitung von Paul Beck, einem Doktoranden an der Universität Löwen in Belgien, gelang ein Blick tief in das Innere alternder Sterne. Die Forscher entdeckten dabei, dass die Kerne dieser Sterne mindestens 10-mal schneller rotieren als ihre Oberfläche. Die Studie erschien am 7. Dezember 2011 im renommierten Wissenschaftsjournal NATURE. Die Sternoberfläche rotiert sehr langsam und braucht etwa ein Jahr für eine vollständige Umdrehung. Dies war bekannt, aber erst mit Hilfe der hochgenauen Messungen des NASA-Weltraumteleskops Kepler gelang erstmals der Nachweis, dass der Kern tief im Inneren wesentlich schneller rotiert und nur wenige Wochen für eine Umdrehung benötigt.

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Call a Scientist - Fototagebuch von La Palma

Seit 2001 betreibt das Institut für Astronomie (Instituut voor Sterrenkunde, IvS) der Universität
Leuven mit Geldern des Wissenschafts Fonds Flandern (FWO) das auf 2300m hoch am Roque de los Muchachos Observatorium gelegene 1,2 Meter Mercator Spiegelteleskop. Derzeit ist dieses Teleskop mit der MEROPE-CCD Kamera für präzise Helligkeitsmessungen mit hoher zeitlicher Auflösung und HERMES für hoch-aufgelöste Spektroskopie ausgestattet. Der Schwerpunkt des IvS liegt auf der Erforschung der Spätstadien der Sternentwicklung sowie des stellaren Aufbaus via Asteroseismologie.

Fuer die Forschungsarbeit zu meinem Doktorat an der KU Leuven
im Rahmen des ERC Advancved Grant PROSPERITY verbrachte ich auch dieses Jahr wieder 10 Tage bzw. Nächte an unserem Teleskop. Der Großteil meiner bodengebundenen Daten wurde mit dem Hermes-Spektrographen gewonnen, der Radialgeschwindigkeiten der Sterne auf einige wenige Meter-pro-Sekunde messen kann. Mithilfe von langen Zeitserien kann mit dieser Messgenauigkeit auch sonnen-ähnliche Oszillationen auf weit entfernten Sternen nachweisen. Häufig bekommt man hier heroben von Touristen die Frage gestellt, wie man sich die Arbeit eines Astronomen am Teleskop vorstellen kann. Ich hoffe, dass dieser Bilderbericht eine gut-bebilderte Antwort gibt.

5. September: ich habe gepackt und warte auf mein Taxi zum Flughafen. Auf dem Weg von der Sternwarte in die Residencia habe ich noch geschwind auf dem mir nahegelegenen Aussichtspunkt vorbeigeschaut. Die Aussicht war gewaltig, wie folgendes Foto zeigt. man beachte wie in der Bildmitte der Nebel über den Bergrücken fast wie auf einem Wasserfall ins Tal strömt.

Credit: Paul Beck

4.September: Während ich auf die Ankunft meiner Folgecrew warte, genieße ich noch ein paar Sonnenstrahlen auf dem Balkon der Residencia. Auch wenn es nicht so aussieht vermutlich eine der exlusivesten Hotelerrassen, da man dieses Hotel nur als beobachtender Astronom buchen kann. Aber die Aussicht ist einfach gigantisch!

Credit: Paul Beck

3. September: Habe heute auf einen Sprung bei meinen Nachbarn am 2.5m Isaac Newton Telescope vorbeigeschaut, als sie gerade dabei waren das Teleskop für die Nacht vorzubereiten, indem sie flüßigen Stickstoff zur Kühlung der CCD-Chips nachfüllen. Währenddessen wurde der Kuppelspalt geöffnet, sodass die Luft zirkulieren und sich die Innentemperatur an die Außentemperatur anpassen kann. Dies vermeidet Turbolenzen die die astronomische Beobachtung stören würden. Dann war es auch für mich bereits Zeit zu meinem Teleskop zurückzukehren um die Nacht zu beginnen.

Credit: Paul Beck

2. September: Wiedermal geht die Sonne unter, und der Berg beginnt zu leben. Und der junge Mond strahlt am Westhimmel.

Credit: Paul Beck

1. September: Am Weg zu meinem Teleskop habe ich heute auf einen kleinen Zwischenstopp bei den MAGIC Teleskopen gemacht. Diese Spiegelteleskope mit ihrem imposanten Durchmessern von 17 Metern trotzen Wind und Wetter ohne schützende Kuppelstruktur. In dunklen Nächten suchen sie den Himmel nach dem Cherenkov-Leuchten ab, dass von hochenergetische Teilchen stammt.

Credit: Paul Beck

31. August: Wenn man mit Touristen hier am Berg spricht, wird man oft gefragt, wo man eigentlich übernachtet. Dabei fährt man direkt daran vorbei. Dieses unscheinbare, an den Hang gebaute Gebäude ist unser Zuhause für die Zeit am Berg. Es wurde so konzipiert, dass es die astronomischen Beobachtungen nicht stört. Das bedeutet vorallem, dass kein Licht nach Außen dringen darf. Es muss aber auch den extremen Wetterbedingungen hier standhalten können und ist auf eigentümliche Art gemütlich ein Ort zum Socialising in verregneten Nächten.

Credit: Paul Beck

Credit: Paul Beck

30. August: Der ehemalige Vulkankegel ist ein Naturschutzpark und kann auch von Touristen besucht werden. Tagsüber bietet sich hier ein grandioser Ausblick. Kurz bevor die Sonne untergeht erwacht Leben in den Kuppeln. Obwohl Touristen von vor Sonnenuntergang das Areal verlassen müssen, können sie mit etwas Glück und Aufmerksamkeit miterleben, wie Kuppeln gedreht oder gelüftet werden. Manchmal trifft man auf den Aussichtsplatformen auch Astronomen, die noch vor einer langen Beobachtungsnacht Sonne tanken, denn eine lange Nacht wartet auf sie.

Aussicht über das Observatorium

Gegen 21.00 Uhr Lokalzeit (22 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit) wirft die Sonne ihre letzten Strahlen über den Horizont und die Teleskope werden bereits auf die ersten Beobachtungstargets ausgerichtet. Bis etwa 7.00 in der Früh werden nun 10 Stunden zuvor ausgetüftelte Beobachtungsprogramme abgearbeitet.

Credit: Paul Beck

Nachdem man noch das Teleskop vorschriftsgemäß schlafen gelegt hat fällt man um 8 Uhr selbst ins Bett. Gute nacht. Manchmal aber begrüße ich noch die Sonne, wenn sie nach einer langen Nacht wieder über den Osthorizont erstrahlt.

Sonnenaufgang über La Palma

28. August: Heute Nacht war sehr gut. Die Astronomen sprechen dann von photometrischen Bedingungen. Das Mercator Teleskop ist für zwei Beobachtungstechniken ausgerüstet. Neben hoch präziser Photometrie (Helligkeitsmessungen) von Sternen mit dem Merope-Photometer können auch hoch aufgelöste Spektren mit dem Hermes-Spektrographen gewonnen werden.

 

 [volle Auflösung]

27. August: nach einer langen Beobachtungsnacht schickt die Sonne ihre ersten Strahlen über den Horizont. Der Krater des ehemalige Vulkans auf dem das Observatorium gebaut wurde ist gefüllt mit Wolken, die der Südwind an die Insel trägt.

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25. August: die erste Beobachtungsnacht. Im Kontrollraum treffe ich meinen Kollegen aus Löwen (Belgien). Bevor die Sonne untergeht werden letzte Details der Forschungs- und Beobachtungsprogramme besprochen.

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24. August:  es ist der Tag der Anreise. Am frühen Nachmittag auf La Palma angekommen geht es die Bergstraße hinauf zum Observatorium. Bereits nach einigen Kilometern Fahrt haben wir die Wolkendecke unter uns gelassen und fahren bei strahlend blauem Himmel weiter.

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Einer der ersten Wege führt mich zum Mercator-Teleskop (links im Bild). Die schwere Nachmittagssonne brennt auf das Observatorium Roque de los Muchachos und bietet ein atemberaubendes Panorama.

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Zwei Impressionen aus dem Jahre 2009

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Paul Beck am Observatorium Roque de los Muchachos. Im Hintergrund das Gebäude des Mercator Teleskops bzw. das Mercator Teleskop selbst, in dem er auch dieses Mal für zwei Wochen arbeiten wird.

Paul Beck is funded through an Advanced Grant from the European Research Council under the European Community's Seventh Framework Programme (FP7/2007--2013)/ERC grant agreement n°227224 (PROSPERITY).

 

Zu Fuß in die Umlaufbahn

© kladu / PixelioWas Gerlinde Kaltenbrunner kann, kann ich auch: Ein paar Tausend Meter zu Fuß gehen. Die Distanz von Meeresniveau bis zum Gipfel des Mount Everest sind zum Beispiel nur zirka 100 Meter mehr als Luftlinie vom Bahnhof Hütteldorf am Stadtrand Wiens bis zum Stephansplatz im Stadtzentrum. (Bild: © kladu / Pixelio.de)

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Roter Junimond

Total Lunar Eclipse, 16. Juli 2000. Credit: Fed Espenak, NASA Goddard Space Flight CenterDie dunkelste Vollmondnacht des Jahres

Zur besten Dämmerstunde und als dramaturgisch passender Höhepunkt eines frühsommerlichen Grillabends ereignet sich am 15. Juni 2011 eine spektakuläre Mondfinsternis. Da der Mond den Schatten unseres Heimatplaneten fast genau in der Mitte durchläuft, kommt es zu einer außergewöhnlich langen und vollständigen Verfinsterung. Die Astronomen sprechen hier von Totalität und diese dauert am 15. Juni 101 Minuten! Das sind nur noch sieben Minuten weniger als die theoretisch mögliche Höchstdauer. Dabei verschwindet der Mond jedoch nicht gänzlich, sondern färbt sich dunkelrot.

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Planetenwegfest in Würzburg

Beobachtung mit Sonnenfilter; Credit: Peter SchrammmAm 7. Mai wurde der neu errichtete Planetenweg von der Volkssternwarte Würzburg und der Mainfränkischen Raumfahrtgruppe im Würzburger Frauenland eingeweiht. Der im Frühjahr errichtete Weg mit Muschelkalkstelen und Edelstahlplatten wurde mit einem Fest auf dem Spielplatz am Oberen Neubergweg eingeweiht. Hier startet der Weg mit der Sonne. Um 11 Uhr trafen die ersten Helfer ein. Zügig wurden Tische, Bänke und Pavillons aufgestellt und die Tische mit Blumenschmuck dekoriert, und um 13 Uhr kamen die ersten Besucher.

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Der Bote erreicht sein Ziel

Messenger im Merkur-Orbit CR NASAZum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt ist eine Raumsonde in eine Umlaufbahn um den Planeten Merkur eingeschwenkt. Nach einer sechseinhalbjährigen Rundreise im inneren Sonnensystem führte die Raumsonde MESSENGER (Akronym für: MErcury Surface, Space Environment, GEochemistry and Ranger Spacecraft) am 17. März 2011 das entscheidende Retromanöver durch und befindet sich jetzt auf einer elliptischen Umlaufbahn, auf der die Sonde den innersten Planeten des Sonnensystems alle 12 Stunden umkreist.

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Aus der Tiefe eines Roten Riesen

Scene 1: Cross cut through the starHeute berichtet ein großes internationales Team von Astronomen von der Entdeckung von Wellen die auf ihrem Weg durch den Stern bis in den Kern vordringen. Diese Entdeckung wurde in dem renommierten Wissenschaftsjournal Science publiziert. Ermöglicht wurde diese Erkenntnis durch die hochgenauen Messungen des Weltraumteleskops Kepler. Dass Wellen existieren, die wie Schallwellen den Stern durchqueren war schon lange bekannt.

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Keine Lobby für Uranus?

In den ersten Jahren der Raumfahrt war Uranus kein realistisches Ziel für eine direkte Erkundung durch Sonden. Die Reise dauerte mit einem chemischen Antrieb mehr als ein Jahrzehnt, sie erforderte eine riesige Trägerrakete und selbst damit konnten nur winzige Nutzlasten dorthin transportiert werden. Aus der Sicht der frühen sechziger Jahre war ein Planet wie Uranus nur mit irgendeinem zukünftigen, fortschrittlichen Antriebssystem, beispielsweise auf nuklearer Basis, zu erreichen. Doch dann machte jemand eine Entdeckung…

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