Zeitreise
Der babylonische Zodiacus
Wenn man eine beliebige Tageszeitung aufschlägt, findet sich im letzten Drittel eine halb-, manchmal sogar ganzseitige Werbeeinschaltung für das Astrologiegewerbe - die Tages- oder gar Wochenhoroskope. 12 Kästchen, die mit bunten Bildern illuminiert sind und gar Wunderbares versprechen.
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Römische Elegien XIX: Lapis lazuli
In Patavium, Heimatstadt meines alten Freundes Livius – ab urbe condita, der gelehrte Leser versteht diesen Hinweis – steht seit dem ersten Heiligen Jahr im Mittelalter eine Kapelle. Dort zaubert der große Maler Giotto zwei Jahre lang Fresken an die Wände, die Jahrhunderte später immer noch leuchten werden. Die gemalten Szenen werden von einem tiefblauen, sternübersäten Himmel überwölbt. Das Blau ist betörend. Eine Kostbarkeit. Da macht es nichts, dass der echte Nachthimmel schwarz ist.
Römische Elegien XVIII: Noctuabundus
Der Astronom ist ein Nachtmensch. Einer jener Zeitgenossen, die die Dunkelheit suchen, sich in einen grauen Mantel hüllen, einsame Stunden zählen. Der Astronom gehört zur Gruppe der Nachtvögel. Gemeinsam mit den Dieben, den Nachtwächtern, den Dirnen und den Wirten kennt er die andere Hälfte des Tages besser. Jedenfalls in der Antike.
Römische Elegien XVII: Vitruvius
Marcus Vitruvius ist den wenigsten von euch ein Begriff, da mache ich mir nichts vor. Zwar kennt ihr ihn alle, aber nicht beim Namen, und schon gar nicht persönlich. War er ein berühmter Astronom der Antike? Hat er einen kosmischen Mythos erzählt? Habt ihr was verpasst? Ihr seid natürlich entschuldigt, ihn nicht zu kennen. Er war Architekt, weiter nichts.
Römische Elegien XVI: Coma Berenices
Heute möchte ich verwirren. Dazu eignet sich eine Komposition aus griechischer Mythologie, vermischt mit ägyptischer Tradition, römischer Geschichte, mittelalterlicher Rezeption und ein paar Namensgleichheiten. Darauf legen wir noch ein Sternbild, das einmal existierte und ein anderes mal wieder nicht, eine dänische Goldnase und einen unscheinbaren Nordpol. Fertig.
Römische Elegien XV: Vivere non est necesse
Das Zitat dieses Briefes stammt von Gnaeus Pompeius, dem Großen. Als man ihn geköpft hat, weil ihm die Macht zu Kopf gestiegen war, war ich gerade erst geboren. Das Zitat ist auch nur ein halbes, und eigentlich geht es mir um die erste Hälfte: Navigare necesse est! Seefahrt tut not. Und die Navigation mit Hilfe der Sterne ist einer der edelsten Nutzen der Himmelsbeobachtung.
Römische Elegien XIV: Antipodes
Am anderen Ende der Welt ist alles verkehrt. Die Wolken hängen nach unten, die Flüsse fließen bergauf und Tag ist Nacht. In der Antike glauben viele Gelehrte schon an die Kugelgestalt der Erde. Aber die haarsträubenden Konsequenzen einer solchen Ungeheuerlichkeit sind umstritten. (Bild: Kirchenvater Augustinus (links) predigt der Menschheit: Die Darstellung aus dem 15. Jahrhundert zeigt auch Antipoden, Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel)
Augen im All: Premiere im Wiener Planetarium Wozu bauen Menschen in jahrelanger und mühevoller Teamarbeit teure Raumsonden, um sie ins All zu schicken? Das erfahren Besucher deutschsprachiger Planetarien in ganz Europa in der neuen Show „Augen im All“, die in Kooperation mit der ESA produziert wurde. Am 7. Mai wurde diese im Wiener Planetarium bei der Premiere einem erlesenen Publikum gezeigt, das im Rahmen des stimmungsvollen Abends großen Gefallen daran fand.
Römische Elegien XIII: Occasus
Die Poesie eines Sonnenuntergangs ist gewaltig. Wenn sich die letzten Stunden des Nachmittags nähern und die Sonne tiefer sinkt über dem Meer (vergesst nicht, für einen Römer geht die Sonne hinter dem Meer unter), wird das Licht milder und der Schatten der Dinge länger.
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Babylonische Priesterastrologenastronomen und der Zodiacus


Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der fünfzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr. 

