Proton M bringt SES-5 in den Weltraum

Proton M Briz MAm 9. Juli, um 20:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit brachte eine Proton M Briz M den Kommunikationssatelliten SES-5 in einen geostationären Transferorbit. Der Start in Baikonur erfolgte unter dem Management von International Launch Services für den in Luxemburg ansässigen Satellitenbetreiber SES (Société Européenne des Satellites). Der Start war ursprünglich schon im Dezember letzten Jahres geplant gewesen, musste aber wegen technischer Probleme am Satelliten und an der Trägerrakete mehrmals verschoben werden.

Die Mission begann an der Startrampe 24 des in Kasachstan gelegenen russischen Kosmodroms von Baikonur. Das Stargewicht der Proton M betrug 705 Tonnen. Sie ist der einzige Großträger außerhalb Chinas der über alle Stufen mit Monomethylhydrazin als Treibstoff und Stickstofftetroxid als Oxidator betrieben wird. Das ist sonst nur noch bei den russischen Kleinträgern Rokot und Dnepr der Fall.

Es dauerte, in der Proton M-üblichen Startsequenz, mehr als neun Stunden bis der Satellit von der Briz-M auf einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 4.170 Kilometern, einem Apogäum von 35.790 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 23,1 Grad freigegeben wurde.

Dabei wurde das typische Proton-Missionsprofil mit fünf einzelnen Brennphasen der Oberstufe abgeflogen. Dabei bringen die ersten drei Stufen des Trägers die so genannte Orbitaleinheit, bestehend aus der Briz-M und dem Satelliten, auf eine suborbitale Trajektorie knapp unterhalb der Orbitalgeschwindigkeit. Diese Punkt im Flugablauf war nach neun Minuten und 42 Sekunden erreicht. Dann folgte eine ballistische Freiflugphase von etwas über zwei Minuten Dauer, bis elf Minuten und 46 Sekunden nach dem Abheben die Briz-M für eine erste Brennphase von viereinhalb Minuten Dauer aktiv wurde. Der erste Brennschluss erfolgte 16 Minuten und 16 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe. Zu diesem Zeitpunkt war dann ein niedriger Parkorbit erreicht.

Die zweite Brennphase begann eine Stunde und sieben Minuten nach dem Liftoff und dauerte fast 18 Minuten. Brennphase drei setzte drei Stunden und 28 Minuten nach dem Abheben ein und ging über zehneinhalb Minuten. Zündung Nummer vier erfolgte drei Stunden 41 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe und dauerte sechs Minuten. Und die abschließende Brennphase Nummer fünf schließlich begann acht Stunden 53 Minuten nach dem Abheben und dauerte exakt bis acht Stunden 59 Minuten und 22 Sekunden nach dem Abheben. Danach war der Zielorbit erreicht. Neun Stunden und 12 Minuten nachdem der Träger die Startanlage 23 verlassen hatte, wurde der Satellit abgesetzt und der Start war beendet.

Der zu Beginn der Mission gut 6.000 Kilogramm schwere SES-5 war von Space Systems/Loral auf Basis der Satellitenplattform 1300 gebaut worden. Das Raumfahrzeug ist mit 24 C-Band Transpondern und 36 Ku-Band Transpondern ausgerüstet. Er wird auf fünf Grad östlicher Länge stationiert werden und Telekommunikationsdienstleistungen für Nordafrika, Europa und den nahen und mittleren Osten bereitstellen. Der Satellit ist für eine Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt.

SES-5 ist außerdem mit einer Nutzlast für die ESA ausgestattet, und zwar mit EGNOS, dem European Geostationary Navigation Overlay Service, mit dem die Genauigkeit der Signale des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo geprüft werden kann.

Der Start war die 21. Mission, bei der eine Proton einen SES-Satelliten in den Orbit brachte. Es war der 23. Satellit von Space Systems/Loral der mit einer Proton gestartet wurde, der fünfte Proton Start des laufenden Jahres und die 74. Proton-Mission die unter der Verantwortung von ILS lief. Insgesamt war es der 378. Start einer Proton über alle Varianten seit dem Jahre 1965.

In diesem Jahr sind übrigens nicht weniger als 14 Starts einer Proton vorgesehen, genauso viele wie 2000, dem bisherigen Rekordjahr. Selbst zu Sowjet-Zeiten, mit Startfrequenzen von über 70 jährlichen Starts alleine in Russland, startete die Proton nie so oft.