Dem Wetter getrotzt

Endeavour Landung, Credit: Steven Clark, Spaceflightnow Trotz äußerst ungünstiger Wetteraussichten kehrte der US Space Shuttle Endeavour heute Nacht aus dem Orbit zur Erde zurück. Die meteorologischen Landebedingungen erschienen eigentlich bis wenige Minuten vor der Retro-Zündung als ungeeignet, und man bereitete sich schon auf eine Verschiebung der Landung auf den Dienstag und eine Verlegung auf die Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien vor.  Limitierender Faktor bei Shuttle-Landungen sind neben Faktoren wie Regen und Wind vor allem das Vorhandensein einer durchgängig geschlossenen Wolkendecke unterhalb einer bestimmten Höhe. Die Sicherheitsbestimmungen sehen vor, dass die Landebahn während des Endanfluges für die Piloten sichtbar sein muss.

 Endeavour-Landung; Credit: Steven Clark, Spaceflightnow
 Endeavour-Landung; Credit: Steven Clark, Spaceflightnow

Der Astronaut Christopher Ferguson flog mit einem Shuttle-Trainingjet Landeanflüge mit dem gleichen Profil wie die Endeavour sie zu absolvieren hatte und gab - überraschend für alle - bekannt, dass die Bedingungen für eine Landung ausreichend seien. Flugdirektor Norman Knight bestätigte das und gab Commander Zamka an Bord des Shuttle die Freigabe für die Retro-Zündung. Um 3:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit erfolgte dieses Manöver. Während einer Brennzeit der beiden Orbit-Manövertriebwerke von etwa zweieinhalb Minuten wird dabei die Geschwindigkeit des Shuttle soweit gesenkt, dass das Raumfahrzeug innerhalb einer halben Erdumkreisung auf die obersten Schichten der Erdatmosphäre trifft und damit die Rückkehr zur Erde eingeleitet wird.

Gut eine Stunde nach dem Brennmanöver war die Endeavour über dem Kennedy Space Center angekommen und machte sich wie üblich mit einem Überschallknall bemerkbar. Um 4:20:31 Uhr setzte die Raumfähre problemlos auf der Rollbahn 15 auf. Die Missionsdauer hatte 13 Tage, 18 Stunden und 24 Minuten betragen. In dieser Zeit führte die Endeavour 217 Erdumkreisungen durch, die meisten davon angedockt an der Internationalen Raumstation.

Die ISS ist jetzt zu 98 % fertig gestellt. Nur noch vier Shuttle-Missionen stehen jetzt aus, bis das Programm gegen ende des Jahres eingestellt wird. Der nächste Shuttle-Start wird die Mission STS 131 sein, die mit der Fähre Discovery durchgeführt wird.

Astra