12.2.2008
- Thor 5 erfreut Norwegen
Eine
Proton M Breeze M brachte am 11. Februar den norwegischen
Kommunikationssatelliten Thor 5 direkt in einen geostationären Orbit.
Direkteinschüsse sind eine Spezialität der Proton. Nur sehr wenige
andere Trägerraketentypen können das in einer Standardkonfiguration
bewältigen. Üblich sind Einschüsse in geostationäre Transferbahnen. Im
Falle der Proton M Breeze M bedeute das, dass die ersten drei Stufen
des Trägers die Nutzlast innerhalb von gut neun Minuten auf eine
suborbitale Bahn brachten. Danach zündete die Breeze M Oberstufe ein
erstes Mal und zirkularisierte die Bahn des Satelliten in einem
niedrigen Erdorbit mit einer Bahnneigung von 51 Grad zum Äquator.Im
Laufe der darauf folgenden neun Stunden erfolgten drei weitere
Brennmanöver bis der Satellit schließlich von der Breeze M Oberstufe
auf dem geplanten geostationären Bahnpunkt bei 0,8 Grad westlicher
Länge abgesetzt wurde. Der
Start erfolgte um 12:34 Uhr in Baikonur bei kaltem (-17 Grad Celsius)
aber kristallklarem Winterwetter. Aufgrund des Direkteinschusses konnte
einer der relativ seltenen Tagstarts durchgeführt werden, was diese
Mission für die Beobachter besonders eindrucksvoll machte. Thor
5 wurde von Orbital Sciences Corporation auf Basis der Star -2
Plattform für die Norwegische Firma Tele-NOR gebaut. Die Startmasse des
Satelliten beträgt gut 2.000 kg. Er soll den 10 Jahre alten Thor 2
ersetzen, der sich langsam dem Ende seiner technischen und
wirtschaftlichen Lebensdauer nähert. Die 24 Ku-Band Transponder von
Thor 5 werden Telekommunikationsdienstleistungen für Nord- und
Zentraleuropa sowie für den mittleren Osten zur Verfügung stellen. Der
Start am Montag war der 333. Einsatz einer Proton seit dem Erstflug der
Basisversion im Jahre 1965 und der zweite Einsatz in diesem Jahr.
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