16.1.2008
- Thuraya 3 ist 2008 die Nummer Eins Aufatmen
beim Sea Launch Konsortium.
Nach einer Service-Unterbrechung von fast einem Jahr infolge des
katastrophalen Fehlstarts vom 31. Januar 2007, bei dem seinerzeit auch
die Odyssey-Startplattform schwer in
Mitleidenschaft gezogen wurde, gelang der Start von Thuraya 3
ohne Probleme. Der arabische Mobilfunksatellit ist damit das erste
Raumfahrzeug, das in diesem Jahr in den Weltraum entsendet wird.
Das
RD-171 Energomash- Zweikammer- Haupttriebwerk der in der Ukraine
gebauten Trägerrakete vom Typ Zenith 3 SL
erwachte um 12:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit zum Leben. Sekunden
später hob die Rakete mit einem Schub von 7.300 Kilonewton ab und flog
genau nach Osten in Richtung der 4.000 Kilometer entfernten
amerikanischen Westküste. Für den Start war die Odyssey-Plattform
etwa auf Höhe der Hawaii-Inseln stationiert, knapp unterhalb des
Äquators auf 154 Grad westlicher Länge.
Die
Trennung von den beiden ersten Stufen erfolgte noch über dem
Westpazifik plangemäß, ebenso die erste Brennphase der Block DM-SL
Oberstufe, die den Satelliten wenige Minuten nach dem Liftoff zunächst
auf eine Parkbahn in einem niedrigen Erdorbit absetzte.
Eine
weitere Zündung brachte den 5.100 Kilogramm schweren
Kommunikationssatelliten dann auf die geplante geostationäre
Transferbahn. Genau 99 Minuten nach dem Verlassen der Startplattform
gab die dritte Stufe den Satelliten schließlich frei und beendete damit
die insgesamt 25. Mission einer Sea Launch Zenith 3 SL.
Die
danach erzielten Orbitparameter waren ein Perigäum von 738 Kilometern,
ein Apogäum von 35.650 Kilometern und eine Inklination von 6.2 Grad zum
Äquator.
Nur Momente nach der Trennung von der Block
DM erfasste
eine Bodenstation in Kalifornien die ersten Telemetriesignale des
Satelliten.
Am 31. Januar letzten Jahres war es
durch einen
Fremdkörper in der Oxidator-Turbopumpe im Moment des Abhebens zu einem
Leistungsabfall des Triebwerks gekommen. Die Rakete verlor daraufhin
Schub, fiel in den Flammenschacht und explodierte. Die Startplattform
wurde durch diesen Unfall erheblich beschädigt und in der Folge verlor Sea
Launch eine Reihe von Startaufträgen an die Konkurrenz.
Der
von Boeing gebaute Thuraya 3
wird in den nächsten Tagen mit dem Bordantrieb auf die endgültige
geostationäre Bahn gebracht. Seine Arbeitsposition wird sich auf 98,5
Grad östlicher Länge über dem östlichen indischen Ozean
befinden.
Danach wird der Satellit Mobilfunkdienste im arabisch-asiatischen Raum
abwickeln. Thuraya 3 ist in der Lage über 25.000
Mobilfunk-Telefonate gleichzeitig zu vermitteln.
Wenn
alle Antennen und Solargeneratoren entfaltet sind, wird Thuraya
3
erhebliche Dimensionen aufweisen. Die große netzartige Entfaltantenne
hat einen Durchmesser von über 15 Metern und die Spannweite der
Solargeneratoren beträgt mehr als 40 Meter von einem Ende zum anderen. Thuraya
3 ist der dritte Satellit den Boeing für das in den
Arabischen Emiraten ansässige Unternehmen Thuraya
gebaut hat. Ein vierter Satellit befindet sich derzeit in Produktion.
Der
nächste Einsatz für Sea Launch ist derzeit für den
März geplant. Dann soll DirecTV 11, ein weiterer
Satellit aus den Boeing-Werkshallen, in den Orbit
gebracht werden.
|