26.10.2007
- Proton zurück im aktiven DienstNur
51 Tage, nachdem ein Problem bei der Trennung der ersten Stufe von der
zweiten zu einem Totalverlust einer Proton M Breeze M
geführt hatte und
damit den gesamten weiteren Startplan dieser Rakete gefährdete, kehrte
der russische Schwerlastträger bei einem Start am Freitag erfolgreich
in den aktiven Dienst zurück. Bei der Mission wurden drei
Navigationssatelliten der russischen Glonass-Konstellation
in den
Orbit gebracht.
Der Start der Proton
K
Block DM erfolgte um 09:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom
Kosmodrom in
Baikonur, Kasachstan. Die Block DM-Oberstufe
absolvierte zwei
Brennperioden, um das Glonass-Trio in den
vorgesehenen Orbit zu
befördern.
Die Trennung der Satelliten vom Träger
erfolgte wie geplant dreieinhalb Stunden nach dem Start. Die Proton
brachte die Raumfahrzeuge auf eine annähernd kreisförmige
Umlaufbahn in
einer Höhe von 19.200 Kilometern bei einer Bahnneigung von 64,8 Grad.
Der
erfolgreiche Start war der erste Flug einer Proton
seit dem Fehlstart
am 5. September. Damals hatte ein schadhaftes Kabel verhindert, dass
das Stufentrennungskommando vom Bordcomputer an die Sprengschnüre am
Zwischenring zwischen erster und zweiter Stufe hatten übermittelt
werden können.
Bei dem gescheiterten Start war neben
dem Träger ein japanischer Kommunikationssatellit vernichtet worden.
Die damalige Mission war von International Launch Services
(ILS) organisiert worden, dem Unternehmen, das die Proton
international
für kommerzielle Kunden vermarktet. Der heutige Start dagegen wurde vom
russischen Militär durchgeführt.
Eine
Untersuchungskommission gab die Rakete kürzlich wieder für weitere
Flüge frei, und ILS plant die kommerziellen Missionen mit dem Start von
SIRIUS 4, einem europäischen Kommunikationsssatelliten, am 17. November
wieder aufzunehmen.
Die am Donnerstag gestarteten
Raumfahrzeuge sollen die russische Navigationskonstellation Glonass
weiter auffüllen. Glonass ist das Gegenstück zum
amerikanischen Global
Positioning System (GPS).
Die
Glonass-Konstellation ist auf drei Orbitalebenen
aufgeteilt. Jede
sollte idealerweise mit acht Satelliten bestückt sein. Momentan
arbeiten aber insgesamt nur zehn Satelliten, die drei neuen Einheiten
nicht eingerechnet. Die aktiven Raumfahrzeuge der bisherigen
Glonass-Flotte haben nur eine relative kurze
Lebensdauer von etwa
zweieinhalb Jahren. Die Lebensdauer der neuen Generation soll
mindestens sieben Jahre betragen. Weitere Starts werden in relativ
rascher Folge stattfinden, um die Konstellation baldmöglichst auf
Sollstärke zu bringen.
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