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23.10.2007 - Molniya-M bringt russischen Militärsatelliten in den OrbitEine der letzten verfügbaren Molniya M-Trägerraketen, verstärkt mit einer Block 2BL-Drittstufe, brachte heute morgen einen russischen Militärsatelliten vom Raumfahrtzentrum Plesetzk in den Orbit. Die militärischen Verantwortlichen bezeichneten die Nutzlast als "Kosmos 2430", eine Art der Benennung, wie sie sich aus den Tagen der Sowjetunion gehalten hat. Damals wurde jede einzelne militärische Nutzlast geheim gehalten, der Öffentlichkeit wurden lediglich Zählnummern zur nichts sagenden "Kosmos"-Bezeichnung bekannt gegeben.Der Start vom Pad 2 des Startkomplexes 16 fand um 6:39 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Die Nutzlast wurde in einem hochexzentrischen Orbit abgesetzt, einer so genannten "Molniya"-Bahn. Um 7:35 gab die Trägerrakete die Nutzlast frei. Trägerraketen des Typs Molniya M gehen zurück bis in die Anfangstage der russischen Raumfahrt. Sie ist eine der frühen Varianten der R-7 Semjorka, und wird an sich schon seit einiger Zeit nicht mehr produziert. Beim heutigen Start wurde eines der letzten verbliebenen "eingelagerten" Exemplare verwendet. "Kosmos"-Bezeichnungen sind heutzutage nicht mehr sonderlich sinnvoll, denn aus den bekannten Parametern kann problemlos die Art der Nutzlast erkannt werden. In diesem Sinne hier eine kurze Beschreibung des Raumfahrzeugs, bei dem es sich um einen Frühwarnsatelliten der US-KS Klasse handelt, manchmal auch als "Oko" bezeichnet. Ein US-KS (Oko) Raumfahrzeug besteht aus drei wesentlichen Subsystemen: Einer Triebwerkseinheit, einer Instrumenteneinheit und einer Nutzlasteinheit auf der sich ein Teleskop großer Brennweite befinden. Diese Systeme sind auf einen zylindrischen Rahmen montiert, der etwa zwei Meter lang ist und einen Durchmesser von 1,7 Meter hat. Die Gesamtmasse des Satelliten beträgt beim Start etwa 2.400 Kilogramm. Die Trockenmasse des Raumfahrzeugs beträgt 1.250 Kilogramm. Die Triebwerkseinheit ist mit vier Orbitmanöver-Triebwerken und 16 Lageregelungs-triebwerken ausgerüstet. Das Teleskop hat eine Spiegelöffnung von etwa 50 Zentimetern und ist mit leistungsfähigen Infrarotsensoren ausgestattet. Darüber hinaus gibt es an Bord noch eine Reihe kleinerer Teleskope um auch eine Weitwinkelsicht verfügbar zu haben und das normal-optische Spektrum überwachen zu können. Der Satellit überträgt die Bilder der Teleskope direkt in Echtzeit an das Bodenkontrollzentrum. Oko-Satelliten werden in zwei verschiedenen Orbits platziert. Starts von Plesetzk erfolgen mit der Molniya-M in den Molniya 12-Stunden Orbit, der eine Bahnneigung von 63 Grad zum Äquator aufweist, ein Apogäum von 39.700 Kilometern und ein Perigäum von 600 Kilometern. Ein Satellit auf dieser Bahn hat eine Orbitperiode von 718 Minuten und führt zwei Erdumkreisungen pro Tag durch. Starts von Baikonur gehen in den geostationären Transferorbit und werden mit Trägern des Typs Proton K durchgeführt. |