7.8.2007
- Drei Rookies warten auf ihren Einsatz
Die
Vorbereitungen für den Start der Raumfähre Endeavour
zur Shuttle-Mission STS 118 am Abend des 8. August
amerikanischer
Ostküstenzeit (0:36 Uhr am Donnerstag
mitteleuropäischer
Zeit) verlaufen planmäßig. Der Countdown
läuft seit
Sonntag Abend ohne Probleme, und mit 70-prozentiger Sicherheit wird
auch das Wetter mitmachen, obwohl es möglicherweise morgen in
den späteren Nachmittagsstunden zu Wärmegewittern in
der
Gegend des Capes kommen könnte.
Der
Start wird der 19. Einsatz des Orbiters Endeavour
sein, der
nach einer gründlichen Überholung seit dem Jahre 2002
zum
ersten Mal wieder fliegen wird. Endeavour ist damit
der modernste
Orbiter in der Shuttle-Flotte und wird auch die Einheit sein, welche
im Jahre 2010 die letzte Mission des gesamten Programms absolvieren
soll.
Die
Besatzung besteht aus Commander Scott Kelly (43), dem Piloten Charles
Hobaugh (45) und den Missionsspezialisten Tracy Caldwell (38), Rick
Mastracchio (47), Dafydd Williams (53), Barbara Morgan (55) und
Benjamin Drew (48).
Caldwell,
Morgan und Drew sind
Weltraumneulinge, so genannten "Rookies". Alle anderen
haben bereits Raumflugerfahrung.
Die Rookies haben sehr
unterschiedlich lange Wartezeiten auf ihren ersten Raumflug hinter
sich: Barbara Morgan beispielsweise war die "Ersatzfrau"
für die bei der Challenger-Katastrophe ums
Leben gekommene
Christa McAuliffe. Sie wartet offiziell seit 1998 auf ihren ersten
Flug, tatsächlich aber schon viel länger, denn sie
wurde
schon bald nach der Challenger-Katastrophe im Jahre
1986 für das Teacher in Space-Programm
ausgewählt.
Eine
normale Wartezeit hat Tracy Caldwell hinter sich. Sie ist seit 1998
Astronautin und wurde Anfang letzten Jahres für diese Mission
nominiert.
Völlig überrascht von
seiner Benennung
wurde dagegen Benjamin Drew. Er ist zwar seit dem Jahre 2000 als
Astronaut bei der NASA, war für die Mission STS 118
aber nur als
CapCom bei Mission Control in Houston eingeteilt.
Als sich die NASA
vor gut drei Monaten überraschend dafür entschied,
Clayton
Anderson vorzeitig zur ISS zu entsenden (der eigentlich für STS
118 eingeteilt war) um Sunnita Williams abzulösen
(die
ihrerseits wegen der Verzögerungen im Shuttle-Programm schon
einige Wochen länger als vorgesehen an Bord der Station war)
wurde ein Platz in der Endeavour frei. Die NASA
entschied zu Recht,
den Mann dafür zu nominieren, der (vom nicht fliegenden
Astronautencorps) die Mission am besten kannte, eben Benjamin Drew.
So kam es, dass auch er im Rahmen des Shuttle-Programms einen Rekord
aufstellte. Noch nie flog ein Astronaut nur drei Monate nach seiner
Nominierung für eine Mission.
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