2.8.2007
- Opportunity und Spirit dem
Tode nah
Die Ingenieure der beiden NASA Mars-Rover
sind äußerst besorgt über den Status ihrer
Schützlinge Opportunity und Spirt.
Die beiden Roboter sind aufgrund einer Serie von Staubstürmen
bislang nie beobachteter Heftigkeit seit vier Wochen praktisch inaktiv.
Die enormen Staubmassen in der Atmosphäre und die Verstaubung
der Solargeneratoren der beiden Rover hat ihre Fähigkeit,
Energie aufzunehmen und in den Batterien zu speichern, praktisch
komplett lahmgelegt.
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So
zeigt sich die Situation derzeit aus dem Weltraum (Aufgenommen vom Mars
Reconnaissance Orbiter).
Der obere Teil des Bildes zeigt die Situation in den ersten Tagen des
Staubsturmes. Oberflächenmerkmale sind noch gut zu erkennen.
Der zweite
Teil des Bildes zeigt die Situation am 17.7. Hier sind bereits
keinerlei Bodenstrukturen mehr erkennbar, mit Ausnahme des Gipfels des
Olympus Mons, der aus dem Sturm herausragt. Seither hat sich die
Situation noch weiter verschlechtert. |
Die
beiden Rover melden sich aufgrund des überaus kritischen
Energiestatus zur Zeit nur noch im Abstand von mehreren Tagen. Die
letzte Meldung von Opportunity kam am Montag und
war äußerst Besorgnis erregend. Der Sturm
wütet nunmehr seit vier Wochen und hat erneut zugenommen. Im Meridiani
Planum ist es fast durchgängig so dunkel, wie auf
der Erde eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang in mittleren Breiten.
Zusätzlich sammelt sich auch Staub in alarmierender Rate auf
den Sonnenkollektoren. Da die Elektronik jetzt nahezu permanent
abgeschaltet ist, kühlt der Rover mehr und mehr aus. Spirit,
auf der anderen Seite des Planeten sammelt ebenfalls Staub in
alarmierender Rate auf den Kollektoren an, und die Verdunkelung des
Himmels dort übertrifft weiterhin alles, was jemals auf dem
Mars beobachtet worden ist.
Die Temperaturen im
Elektronikbucht des Rovers sind nur noch zwei Grad über dem
Punkt, bei dem eine Notfallschaltung aktiviert wird, die eine
zusätzlich Heizung des Rovers bewirkt. Wenn diese Heizung aber
unter den gegenwärtigen Bedingungen anspringt, dann sind die
Batterien, deren Ladezustand alarmierend niedrig ist, in wenigen
Stunden komplett leer. Aus diesem Grund hat die Missionskontrolle eine
Maßnahme ergriffen, die als das kleinere Übel
bezeichnet wird. Die Elektronik wird für längere Zeit
aktiviert, da sie ihrerseits den Kern des Roboters ein wenig heizt.
Dies bringt den Rover allerdings in eine lange Folge "negative-net-energy
days", wie es die Missionkontroller bezeichnen.
Wie
auch immer, wenn der Himmel nicht bald signifikant aufklart, wird Opportunity
und kurz danach auch Spirit in den Tiefschlaf-Modus
gehen müssen. Der Rover schaltet sich dann ab. Nur ein Timer
läuft dann noch, und eine Programmroutine die von Zeit zu Zeit
den Batteriestatus klären. Wenn dieser Status über
einer kritischen Marke liegt, dann wird der Rover kurz geweckt um eine
Meldung über den Mars Reconnaissance Orbiter
an die Erde abzugeben.
Wenn sich die Situation nicht
in kürzester Zeit signifikant bessert, wird der Rover
für Tage, Wochen oder Monate verstummen. Oder aber, und das
ist leider das wahrscheinlichste Szenario, für immer. Alle
Komponenten in beiden Rover sind weit über ihre konstruktive
Lebensdauer hinaus belastet. Das Absinken in den Tiefschlafmodus ist
vergleichbar einer langen und belastenden Vollnarkose bei einer
schweren Operation für einen sehr hochbetagten Menschen.
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